Forschungsprojekt „Sonnenfeld“ soll zeigen, was geht

Erstellt am 11. Mai 2022 | 05:56
Lesezeit: 3 Min
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Michael Hannesschläger, Otto Auer, Jürgen Schneider, Joachim Payr, Helga Krismer, Herbert Stava, Gerhard Weil, Beppo Harrach, Alexander Bauer von der Boku und Ingmar Höbarth beim Startschuss für die Agri-PV-Anlage.
Foto: Susanne Müller
5.700 Photovoltaik-Module werden auf einem Feld in Bruck mit landwirtschaftlicher Nutzung kombiniert.
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Just am Tag der Sonne fand der Spatenstich für die fünf Hektar große Agri-Photovoltaikanlage, genannt „Sonnenfeld“, statt. Wie der Name schon sagt, ist das Besondere an dieser Anlage, dass dabei nicht nur Sonnenstrom erzeugt, sondern die Fläche auch landwirtschaftlich genutzt werden soll. Konkret bleiben sogar 80 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche erhalten, nur zwei Prozent werden mit Photovoltaikanlagen bestückt und die restlichen 18 Prozent sollen zur Steigerung der Biodiversität genutzt werden.

Zu all dem kommt aber noch ein wesentlicher Punkt. Die Anlage wird in erster Linie eine Forschungsanlage sein, begleitet und untersucht von der Universität für Bodenkultur. Ziel ist herauszufinden, welche Kulturen mit den Sonnenkollektoren am besten kompatibel sind, aber auch welche Anlagen wie am besten aufgestellt werden sollten.

Das Potenzial beeindruckt

Die Masterminds hinter dem Vorreiter-Projekt sind die EWS Consulting Bruck und der Energiepark Bruck. „Wir haben heute die technischen Lösungen. Unser Hauptthema ist daher, die Bevölkerung auch mitzunehmen“, betont Joachim Payr von der EWS den großen Vorteil des Feldversuchs: „Das ist keine Konkurrenz zur Lebensmittel-Produktion“. Das Potenzial des Projekts ist jedenfalls beeindruckend. „Wenn jede Gemeinde in Österreich nur ein solches Sonnenfeld umsetzen würde, würde das 17 Prozent des Gesamtstromverbrauchs in Österreich decken“, rechnete Payr vor.

In Bruck hat man mit dem Energiepark einen versierten Partner, wenn es um die Vorreiterrolle bei erneuerbarer Energie geht. Präsident Herbert Stava veranschaulichte das mit einem Blick in die Vergangenheit: „Vor 30 Jahren ist mir eine Studie in die Hände gefallen, die besagte, dass Windenergie in Österreich nicht möglich ist.“

Die zahllosen Windkraftanlagen zeugen heute vom Gegenteil. Der Energiepark war damals der erste, der welche errichtete. Aber auch damals sei man irgendwann an einem Punkt gestanden, an dem es Gegenwind gab. „An so einem Punkt stehen wir heute wieder, bei der Photovoltaik“, so Stava, der sich deshalb besonders bei Eigentümer Beppo Harrach bedankte, dass er die Fläche für das Projekt zur Verfügung stellt.

Energiepark-Geschäftsführer Michael Hannesschläger zeigte sich überzeugt, dass die Fläche ideal sei, um die neue Kombination ausprobieren zu können: „Unser Part ist immer zu zeigen, was geht.“ Für die Energiewende sei Agri-PV nicht der alleinige Schlüssel, da waren sich alle einig. „Aber sie ist ein Teil unseres Bauchladens, den wir prall füllen wollen, um viel zur Energiewende beitragen zu können“, so Hannesschläger.

Applaus gab es dafür unter anderem von Jürgen Schneider, Sektionschef im Klimaschutzministerium: „Wir freuen uns über die Pioniere, die zeigen, was alles geht. Der Energiepark ist eines der herausragendsten Beispiele dafür in Österreich.“ Gerade die Ukraine-Krise mache nun deutlich, dass Unabhängigkeit in Energiefragen nur durch erneuerbare Energie möglich sei.

Unterstützung für das Projekt kommt vom Klima- und Energiefonds. „Wir haben immer Innovationen unterstützt“, sagte dessen Geschäftsführer Ingmar Höbarth. „Diese Anlage wird zeigen, dass wirtschaftliche und ökologische Optimierung Hand in Hand gehen“, so Höbarth.

Eröffnet werden soll das Sonnenfeld schon im Herbst. Ab dann soll es Strom für rund 1.000 Haushalte liefern. Die Kosten liegen bei 3,9 Millionen Euro.

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