Gewässer-Sanierung: Arbeiten im Harrachpark beginnen. Genehmigungen sollen bald vorliegen. Erste Schlägerungen starten.

Von Susanne Müller. Erstellt am 07. Februar 2020 (06:33)
Auf diesem Plan sind die beiden Teststrecken rot schraffiert eingezeichnet.
Werner Consult

Eigentlich hätte schon im vergangenen Jahr mit den beiden Teststrecken für die Revitalisierung der verschlammten Flussläufe im Harrachpark begonnen werden sollen.
Verschiedene Behördenverfahren haben jedoch für Verzögerungen gesorgt. So galt es etwa erst festzustellen, ob es sich beim Harrachpark forstrechtlich um einen Wald handelt, ein Umstand, der für die vorgeschriebene Wiederaufforstung nach Schlägerungen relevant ist. Dabei wurde entschieden, dass der Park kein Wald ist. Danach konnte im Vorjahr die Einreichung für die wasser- und naturschutzrechtliche Bewilligung erfolgen. Beide Verfahren dürften nun kurz vor dem Abschluss stehen. „Es sieht alles sehr gut aus“, bestätigt Harrachpark-Experte und Projektleiter Helmut Lehner im Gespräch mit der NÖN.

Grünes Licht für die Vorbereitungsarbeiten

 Am Donnerstag habe die wasserrechtliche Verhandlung stattgefunden und sei „überaus positiv verlaufen“, so Lehner. Beim Naturschutz seien nur noch Stellungnahmen abzuwarten. „Es wird natürlich große Eingriffe geben, aber sie werden keine negativen Auswirkungen haben“, betont Lehner.

Somit soll dieser Tage damit begonnen werden, die Ufer zugänglich zu machen. Bäume im Uferbereich, die die Schlammräumung behindern oder bei den Arbeiten beschädigt werden würden, müssen vorab entfernt werden. „Zwischen dem 15. März und dem 30. August dürfen wir aus Gründen des Vogelschutzes keine Fällungen durchführen“, erklärt Lehner. Deshalb sollen bis dahin möglichst alle betroffenen Bäume umgeschnitten werden. „Es werden keine historisch wertvollen Bäume gefällt“, versichert Lehner. Sind die wasserbaulichen Arbeiten abgeschlossen, sollen nach historischem Vorbild wieder Bäume nachgepflanzt werden.

Sobald alle Bewilligungen vorliegen, kann mit der Detailplanung und den Ausschreibungen begonnen werden. „Die Bagger werden also sicher nicht vor dem Sommer auffahren“, erklärt Lehner den derzeitigen Zeitplan. Vorgesehen ist, wie berichtet, zwei Teststrecken einzurichten. Zum einen soll im nichtöffentlichen Teil des Parks unterhalb der Orangerie jenes Becken, in das der Kanal einmündet, vom Schlamm befreit werden. Von dort führt die Teststrecke bis zur ersten Brücke auf Höhe der Schlossmühlgasse.

Mithilfe einer sogenannten trübegesteuerten Sonde in der Leitha soll erreicht werden, dass künftig weniger Schlamm eintritt. An Tagen mit hohen Trübefrachten schließt die Wehr dann automatisch. Zum anderen sollen beim Sportplatz-Eingang die beiden Inseln und die dazugehörige Wasserfläche wiederhergestellt werden.

Mit diesen Maßnahmen sollen bereits rund 20 Prozent des gesamten Projekts abgedeckt sein. Davon soll sich ableiten lassen, wie weit der finanzielle Rahmen, den die Stadt mit einer Million Euro festgelegt hat, ausreicht. Insgesamt 80.000 Kubikmeter Schlamm gilt es in etwa aus den Wasserläufen zu entfernen.