Grünen-Sprecher: „Riesen Rückstau am Verkehrssektor“. Grünen-Chef Kral kritisiert Maßnahmen in der Fuzo und Verkehrspolitik im Allgemeinen. VP-Verkehrsstadtrat Zemann kontert.

Von Susanne Müller. Erstellt am 05. September 2018 (00:45)
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Die neuen Markierungen in der Kirchengasse sorgten auch in den sozialen Medien für reichlich Diskussionen.
Die neuen Markierungen in der Kirchengasse sorgten auch in den sozialen Medien für reichlich Diskussionen.
Müller

Kein gutes Haar lässt Grünen-Sprecher Roman Kral an den „sonderbaren Straßenmalereien“, die VP-Verkehrsstadtrat Peter Zemann in der Kirchengasse aufbringen hat lassen (die NÖN berichtete). Wenn die weiße Linie eine Haltelinie sein solle, dann sei sie nicht StVO-konform – dafür würde es nämlich eines dazugehörigen Schildes bedürfen, so Kral. Man müsse die Fußgänger in der Fuzo vor den querenden Fahrzeugen schützen.

„Die gewählte Maßnahme ist eine grobe Themenverfehlung“, so Kral, der fordert, dass das Queren der Fußgängerzone überhaupt unterbunden wird. Nur so könne man die Gefahr für die Fußgänger eliminieren. „Peter Zemann gibt den Fußgängern den schwarzen Peter“, ätzt Kral und sieht darin „schwarze Politik, die Blech vor Menschen“ stelle.

VP-Verkehrsstadtrat Peter Zemann zeigt sich allerdings für die grüne Forderung durchaus offen: „Das Queren dort zu verbieten ist eine gangbare Lösung, auch aus meiner Sicht.“ Die Variante sei auch bereits diskutiert worden – und er sei durchaus bereit, darüber noch einmal zu reden. „Es ist nämlich wirklich ein Wunder, dass dort noch nichts passiert ist“, so Zemann.

Die Situation in der Fuzo sei aber für Kral ohnehin nur ein Beispiel dafür, dass es am Verkehrssektor in Bruck einen „riesen Rückstau“ gebe, der nicht allein mit der Erstellung des Verkehrskonzepts erklärbar sei.

Zemann: „Das ist ein absoluter Blödsinn.“

Für Raiffeisengürtel, Innenstadt und den Verkehrsdruck in den Siedlungen brauche es Lösungen. „Das müsste man alles auf politischer Ebene diskutieren“, betont Kral, dass die Vorschläge der Grünen fertig ausgearbeitet seien.

Was die Einführung einer 30er-Zone in der Siedlung per Verordnung durch Bürgermeister Richard Hemmer angeht, meint Kral: „Ich begrüße den Inhalt, die Vorgangsweise gefällt mir zwar nicht, ich verstehe aber, dass der Bürgermeister zu dieser Notmaßnahme gegriffen hat“, so Kral. Und, was vom Verkehrskonzept schon vorliege, müsse endlich öffentlich präsentiert werden.

"Das kostet Geld und das ist einfach nicht budgetiert“

Die allgemeine Kritik an seiner Verkehrspolitik will Zemann keineswegs gelten lassen: „Das ist ein absoluter Blödsinn.“ Es würden permanent Maßnahmen getroffen, zählt Zemann etwa die gerade im Stadtrat beschlossene Verlegung der Bushaltestelle am Hauptplatz auf, oder den Umbau der Fischamenderstraße und den Radweg ins Ecoplus. „Wenn die Grünen das nicht mitkriegen, müssen sie öfter in die Ausschuss-Sitzungen kommen“, so Zemann.

Für die größeren Projekte, wie Lösungsansätze für die Verkehrsproblematik am Raiffeisengürtel, sei schlichtweg kein Geld da. „Da bin ich der Erste, der dafür ist, aber das kostet Geld und das ist einfach nicht budgetiert.“

Bei der Online-Umfrage auf NÖN.at zur Fuzo-Querung waren die Teilnehmer geteilter Meinung. 36,8 Prozent halten die Querung für zu gefährlich und wollen, dass sie verboten wird. 16,2 Prozent sehen in den neuen Warnhinweisen eine Hilfe. 47 Prozent meinen, dass Fußgänger und Autofahrer eben aufpassen müssen.