Haft für Dealen in Schule und Raub

Erstellt am 05. Mai 2022 | 04:42
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8345430_gre18schlagring_c_shutterstock_anelo_.jpg
Mit einem verbotenen Schlagring sollen die Burschen auf den 16-Jährigen losgegangen sein.
Foto: Shutterstock/Anelo
Fünf junge Burschen wurden für eine Attacke auf einen 16-Jährigen und Drogendeals an Brucker Schüler verurteilt.
Werbung

Eine Schöffenverhandlung gegen ein Quintett aus fünf jungen Burschen im Alter von 17 bis 21 Jahren wegen eines Raubes am 30. Juli letzten Jahres im Wiener Stadtpark musste Anfang April vertagt werden. Der Hauptzeuge, das Opfer (16), war bei seinem Zeugenaufruf nicht erschienen (die NÖN berichtete).

Trotz seiner jungen Jahre sah und hörte man ihm den schweren Drogenmissbrauch an. Um ein Drogengeschäft soll es im Juli auch gegangen sein. Und um Rache, die der 17-jährige Rädelsführer an dem 16-Jährigen nehmen wollte, für einen Vorfall ein Jahr zuvor.

Drogengeschäfte in und vor einer Schule in Bruck, waren weitere Vorwürfe des Ersten Staatsanwalts Peter Zimmermann. Der 17-Jährige soll dafür sogar intensiv Werbung gemacht haben. Aber nicht nur Drogen, auch Schlagringe – eine vom Gesetz verbotene Waffe – konnte man bei dem jungen Mann laut seinen Postings in sozialen Medien käuflich erwerben. Mit solchen Schlagringen sollen auch die fünf Burschen im Stadtpark ausgestattet gewesen sein, als sie auf den 16-Jährigen einschlugen.

Angriff „aus Langeweile“

Mehrere aus der Gruppe seien gleichzeitig auf ihn losgegangen, schilderte der 16-Jährige in seiner Zeugenaussage den Angriff. Eigenartigerweise betonte er auch immer wieder, dass der Erstangeklagte 17-Jährige nur abseits gestanden sei und nichts getan habe. Das konnte der vorsitzende Richter Rainer Klebermaß nicht ganz nachvollziehen und fragte nach: „Haben Sie Angst vor ihm“, was der 16-Jährige allerdings verneinte. Als Motiv für den Angriff auf ihn konnte er dem Richter auch nur ein mageres „aus Langeweile“ anbieten.

„Sie dürften öfter in seltsame Situationen verwickelt sein“, mutmaßte Klebermaß anhand der Aussagen des jungen Burschen. Umso mehr Gewicht erhielt die Aussage eines Zimmerer-Lehrlings (18), der ebenfalls auf der Anklagebank saß. Im Gegensatz zu seinen Mitangeklagten legte er ein umfassendes Geständnis ab, das den 17-Jährigen ganz klar als Anstifter der Tat identifizierte. Ein ebenfalls beteiligtes Brüderpaar (18 und 21 Jahre alt) versuchte es mit verschiedenen Versionen der Ereignisse, die in sich kein logisches Bild ergaben.

Alle vier am zweiten Verhandlungstag anwesenden Burschen – der fünfte hatte sich beim Gericht krank gemeldet – wurden wegen Raubes, schwerer Körperverletzung und des Verstoßes gegen das Waffengesetz vom Schöffensenat verurteilt. Das jeweilige Strafmaß fiel – je nachdem ob es sich um einen Jugendlichen (bis 18) oder einen jungen Erwachsenen (bis 21) handelt – unterschiedlich aus.

Der 18-jährige Lehrling kam mit einem Jahr bedingter Freiheitsstrafe vergleichsweise glimpflich davon. Die Strafen für das Brüderpaar fielen auch deswegen höher aus, weil sie sich in Wien bereits einmal wegen Raubes verantworten mussten. Der 18-Jährige erhielt ein Jahr bedingt, wobei ihm für den unbedingten Teil von drei Monaten die Vorhaft seit 13. Jänner dieses Jahres angerechnet wurde.

Die Anrechnung galt auch für den 21-jährigen Bruder, der zu 18 Monaten Freiheitsstrafe, davon sechs Monate unbedingt, verurteilt wurde. Das Urteil der drei ist rechtskräftig. Bedenkzeit brauchte allerdings der 17-Jährige, dem 15 Monate unbedingte Freiheitsstrafe bevorstehen.

Werbung