Helfer mit Schlagring brutal niedergestreckt

20-Jähriger eilte Freund, umzingelt von drei einprügelnden Burschen, zu Hilfe: Die Rettungsaktion endete mit einem Kieferbruch.

Jutta Hahslinger Erstellt am 14. November 2018 | 06:00
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Gericht Prozess Urteil Symbolbild
Foto: shuterstock.com/ Evlakhov Valeriy

„Ich wusste nicht, was los ist. Plötzlich lag ich am Boden, einer saß auf mir drauf und es hagelte Schläge und Tritte, weil ich ein Mädchen belästigt haben soll – die Schwester von einem der Angreifer. Aber ich habe das Mädchen den ganzen Abend überhaupt nicht gesehen“, schilderte das 17-jährige Opfer vor Gericht eine brutale Attacke von drei Burschen vor einem Lokal in Bruck.

Er kenne die Burschen, aber wer ihn wie oft geschlagen und getreten habe, könne er nicht sagen: „Ich hatte die Hände zum Schutz vor dem Gesicht“, beteuerte er.

„Sein Kopf wurde wie ein Fußball getreten“

Genauer sah es ein 20-Jähriger: „Sein Kopf wurde wie ein Fußball getreten. Als einer Anstalten machte, auch noch auf den Kopf zu springen, bin ich hin, um einzugreifen. Aber ich wurde mit einem Faustschlag ausgeknockt“, schilderte er im Zeugenstand. Der Schlag wurde mit einem Schlagring ausgeführt und verursachte eine schwere Verletzung (doppelter Kieferbruch), führte die Anklagevertreterin aus und machte dafür einen 20-jährigen Angestellten verantwortlich.

Der gab den Schlag auch zu, wollte aber keinen Schlagring verwendet haben. Er gab auch zu, mit zwei Bruckern den 17-Jährigen wegen der Belästigung der Schwester zur Rede gestellt zu haben. „Geredet wurde da wenig“, kommentierte der Richter und verhängte über das bislang unbescholtene Prügeltrio Bewährungsstrafen: zwei und vier Monate für die beiden Brucker, ein Jahr bedingt für den Kieferbrecher. Nicht rechtskräftig.

Anwältin Daniela Schiesl erkämpfte für das am Kiefer verletzte Opfer 5.000 Euro Schmerzensgeld.