Hundeabgabe wird teurer

Preiserhöhung um 30 Prozent sorgte für heftige politische Debatte im Gemeinderat von Bruck.

Erstellt am 05. Januar 2022 | 05:44
Lesezeit: 2 Min
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Wer einen Hund hat, zahlt künftig 55 Euro pro Jahr, anstatt bisher 42 (mit Ausnahme von Nutzhunden oder Hunden mit erhöhtem Gefährdungspotenzial).
Foto: NÖN

Für umfangreiche Debatten sorgte im Gemeinderat zuletzt die geplante Erhöhung der Hundeabgabe. Schon bei der Budget-Debatte und beim Beschluss des Konsolidierungskonzepts war von ÖVP und Grünen kritisiert worden, dass vor allem bei den Gebühren die Hebel angesetzt worden seien. Eine davon ist nun eben die Hundeabgabe.

Was man bei der ÖVP so nicht hinnehmen wollte. „Wir sind massiv gegen diese Erhöhung“, rechnete ÖVP-Sprecher Ronald Altmann vor, dass die Abgabe um 30 Prozent teurer werde. „Laut unseren Informationen ist die Abgabe seit 2016 nicht erhöht worden. Die Inflation betrug seither zehn Prozent“, so Altmann. Mit einer Erhöhung in dieser Größenordnung sei man einverstanden, aber 30 Prozent seien zu viel. „Das kann man nicht argumentieren. Hunde haben oft auch eine soziale Funktion, vor allem bei älteren, alleinstehenden Personen“, so Altmann.

Grünen-Gemeinderat Roman Kral stieß ins selbe Horn. „Von uns gibt es ein klares Bekenntnis zum Valorisieren. Der Inflationsausgleich ist aus grüner Sicht nötig. Aber im konkreten Fall ist das eine ganz massive Gebührenerhöhung. Das ist ein ganz schlechtes Zeichen, vor allem, wenn es um Peanuts geht“, so Kral.

Vizebürgermeister Roman Brunnthaler (SPÖ) versuchte daraufhin die Zahlen etwas ins rechte Licht zu rücken. „In Prozent klingt das viel schlimmer. Aber wir haben bei den Gebrauchshunden eine Erhöhung von 13 Euro pro Jahr. Das sind 80 Prozent der Hunde in Bruck.“ Die Nutzhundeabgabe bleibe zudem unverändert.

40.000 Sackerl fürs Gackerl im Jahr

Wilfleinsdorfs Ortsvorsteher und SPÖ-Gemeinderat, der seines Zeichens auch Bediensteter der Stadtgemeinde ist, betonte: „Für mich sind 55 Euro nichts, wenn ich daran denke, was es für eine Arbeit macht, den Hundekot wegzuräumen.“

Und auch Bürgermeister Gerhard Weil betonte: „Wir kaufen im Halbjahr 20.000 Sackerl fürs Gackerl“. Auch er empfand die Diskussion um die Erhöhung als übertrieben: „Die Prozentsätze hören sich extrem an“, betonte Weil, dass es in absoluten Zahlen nicht so viel ausmache.

Nichtsdestotrotz stellte die ÖVP einen Abänderungsantrag. Die Anpassung solle demnach 10,9 Prozent betragen, also lediglich die Inflation abdecken. Dafür stimmten neben der ÖVP auch die Grünen. SPÖ, Bürgerliste und FPÖ sprachen sich dagegen aus. Beim Originalantrag verhielt es sich schließlich umgekehrt. Er wurde mehrheitlich von SPÖ, Bürgerliste und FPÖ beschlossen. Dagegen stimmten ÖVP und Grüne.

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