Flugsportzentrum; Trainingswoche unter Argusaugen. Heuer sollen die Air Race-Flieger wieder am Spitzerberg trainieren – allerdings streng reglementiert.

Von Adalbert Mraz. Erstellt am 27. Februar 2019 (04:02)
Mraz
Die Air Race-Trainingseinheiten am Spitzerberg sorgten im Vorjahr für heftige Beschwerden aus der Bevölkerung der angrenzenden Gemeinden.

Noch mit Schrecken erinnern sich viele in der Region an die Trainingswoche für das „Red Bull Air Race“ im Vorjahr am Flugsportzentrum Spitzerberg. Diese Veranstaltung verursachte eine enorme Lärmbelästigung und rief Aufregung und Unmut in der Bevölkerung der umliegenden Gemeinden hervor (die NÖN berichtete).

Am stärksten betroffen fühlten sich die Bewohner von Prellenkirchen, die massive Beschwerden bei der Gemeinde einbrachten. Bürgermeister Johann Köck (VP) wollte daher vorbeugend handeln und für heuer ein ähnliches Szenario verhindern. Er ersuchte um ein Treffen mit den Verantwortlichen von „Red Bull Air Race“ sowie mit der Bezirksbehörde und den Bürgermeistern der Anrainergemeinden.

Wenn tatsächlich nicht höher geflogen wird, ist auch eine geringere Lärmemission zu erwarten.“ Hundsheims Bürgermeister Gerhard Math (SP)

Das Treffen fand nun in der Bezirkshauptmannschaft statt. Dort empfing Bezirkshauptmann Peter Suchanek mit Erich Wolf den General Manager von „Red Bull Air Race“ und Gerhard Lehner, den Manager des Flugsportzentrums Spitzerberg. Weiters waren neben Johann Köck die Bürgermeister aus Hundsheim Gerhard Math (SP), aus Bad Deutsch-Altenburg Franz Pennauer (VP), aus Wolfsthal Gerhard Schödinger (VP) und aus Hainburg Helmut Schmid (VP) vertreten.

„Red Bull Air Race“ informierte dabei darüber, dass tatsächlich auch in diesem Jahr wieder eine Trainingswoche geplant ist. Die Pylonen, also die Flug-Slalomstangen, sollen allerdings diesmal auf dem Eigengrund aufgebaut werden und die Trainingsflüge zu eingeschränkten Zeiten (9 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr) nur über dem Flugplatzgelände absolviert werden. Eine Flughöhe von 300 Meter soll nicht überschritten werden. Dadurch erwartet man sich eine geringere Lärmbelastung für die Umgebung.

Gerhard Math meint: „Wenn tatsächlich nicht höher geflogen wird, ist auch eine geringere Lärmemission zu erwarten.“

"Wir haben nichts gegen einen Flugbetrieb am Spitzerberg"

Ähnlich sieht das auch der Bad Deutsch Altenburger Ortschef Franz Pennauer: „Mit einer geringen Lärmkulisse, die sich in Grenzen hält, können wir auch als Kurort leben. Wichtig ist aber, dass die Bevölkerung zum gegebenen Zeitpunkt vom Veranstalter zeitgerecht eingebunden und informiert wird.“

Wolfsthals Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Gerhard Schödinger sieht in der Trainingswoche in dieser Form keine besondere Belastung und könnte sich für die Region dadurch sogar eine touristische Entwicklung vorstellen.

Johann Köck erklärt: „Wir haben nichts gegen einen Flugbetrieb am Spitzerberg, doch er darf zu keiner Einschränkung der Lebensqualität führen. Deshalb haben wir uns auch um ein Gespräch beim Bezirkshauptmann gemeinsam mit dem Management von ,Red Bull Air Race‘ bemüht. Wir werden die Trainingswoche mit großem Interesse verfolgen und danach Stellung dazu nehmen.“

Red Bull kommentiert gegenüber der NÖN die Pläne nicht, sondern verweist darauf, dass in absehbarer Zeit eine Informationskampagne des Unternehmens dazu folgen werde.