Keine Gastankstelle mehr: Rückkehr zu Benzin. Weil in Bruck kein Erdgas mehr getankt werden kann, steigt die Stadt von ihren drei Gasfahrzeugen um. Kritik von Grünen.

Von Susanne Müller. Erstellt am 19. Juli 2018 (05:37)
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Die Betankung ist auch derzeit nur unter Aufsicht eines Mitarbeiters der Lagerhaus-Werkstatt möglich.
Gerald Burggraf

2009 positionierte sich die Lagerhaus-Tankstelle im Osten der Stadt noch als Vorreiter, indem sie eine Erdgas-Zapfsäule im Angebot hatte. Im Vorjahr stand fest: Das Gas wird abgedreht. Der Betreiber EVN setze künftig ausschließlich auf E-Mobilität.

Auswirkungen hatte das Aus für die Tankstelle nicht zuletzt auf die Stadtgemeinde Bruck, die mit drei Erdgas-Autos in ihrem Fuhrpark ebenfalls auf eine umweltfreundliche Alternative gesetzt hatte. Ein Betanken bei der nunmehr nächstgelegenen Erdgas-Tankstelle in Margarethen erwies sich freilich rasch als „nicht wirtschaftlich vertretbar“, wie SP-Bürgermeister Richard Hemmer betonte. Deshalb entschied sich die Stadt zum Umstieg. Anstelle der drei Erdgas-Fahrzeuge wurde der Ankauf von Benzin-Fahrzeugen im Gemeinderat beschlossen.

"Gerade für Kurzstrecken wären E-Mobile sehr gut geeignet“

Kritik dazu kam von den Grünen. „Wurden auch andere Antriebsvarianten angeschaut. Gerade für Kurzstrecken wären E-Mobile sehr gut geeignet“, führte Grün-Gemeinderat Roland Romano ins Treffen. Die Überlegung habe es durchaus gegeben, erklärte der Stadtchef, die E-Fahrzeuge seien aber aus mehreren Gründen ausgeschieden. Das Fahrzeug für das Bauamt müsse etwa immer wieder zu große Strecken zurücklegen. „Für den Kastenwagen haben wir kein vergleichbares E-Fahrzeug gefunden. Und das Auto für die Kanalpartie muss jederzeit startbereit sein“, argumentierte Hemmer, dass man sich „zähneknirschend“ für die Benzin-Fahrzeuge entschieden habe.

Von den Grünen gab es bei zwei der drei Fahrzeuge keine Zustimmung. „Dort, wo es eine taugliche E-Alternative gibt, haben wir dagegen gestimmt“, erklärte Grün-Gemeinderat Roman Kral das Abstimmungsverhalten. „Gerade beim Bauhof gibt es einen geregelten Dienstbetrieb. Da könnte man leicht dafür sorgen, dass die Fahrzeuge immer einsatzbereit sind“, so Kral, der hier für eine Stromtankstelle am Bauhof plädiert hätte, die auch von Außen zugänglich ist. Überdies habe es ein Angebot der Energie- und Umweltagentur NÖ (ENU) für den Umstieg auf E-Autos gegeben. „Es ist eine vergebene Chance, dass diese Förderung nicht genutzt wurde“, meint Kral.