Kral fordert mehr Öffis statt Parkplätze. Grüne-Sprecher Roman Kral kritisiert VP-Forderungen für die Innenstadt. Es brauche eine Änderung im Mobilitätsverhalten.

Von Susanne Müller. Erstellt am 25. September 2019 (04:29)
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Ob die Schulgasse, die seit einigen Jahren verkehrsberuhigt ist, für die Ausfahrt auf den Raiffeisengürtel geöffnet werden soll, darüber scheiden sich die Geister.
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Die Reaktion der ÖVP auf die Präsentation des Verkehrskonzepts beim Stadtgespräch habe ihn „schwer irritiert“, meldete sich Grün-Gemeinderat Roman Kral zu den Aussagen von VP-Sprecher Ronald Altmann zu Wort. Altmann hatte kritisiert, dass sowohl die Zahl der Parkplätze als auch die Verkehrsführung im Stadtzentrum unverändert bleiben soll.

Für Kral sei es unverständlich, dass die ÖVP mehr Parkplätze in der Innenstadt fordert. „Es gibt schon genug Parkraum in der Innenstadt. Grünraum vor Hubraum ist die grüne Position dazu. Es ist doch widersinnig, noch mehr Verkehr in die Innenstadt zu ziehen“, so Kral.

Es sei vielmehr eine Änderung im Mobilitätsverhalten notwendig. „Die Mikro-ÖV-Konzepte liegen in der Schublade des ÖVP-Verkehrsstadtrats“, ärgert sich Kral, dass stattdessen immer wieder die gleichen Argumente von der ÖVP kommen würden. „Die werden nicht richtiger, nur weil man sie wiederholt“, spricht Kral die wiederholte Forderung der ÖVP nach einer Öffnung der Schulgasse in Richtung Raiffeisengürtel an. Die jetzige Verkehrsführung in der Innenstadt sei die beste Lösung für alle Verkehrsteilnehmer und sie bringe eine Verkehrsberuhigung in der Schulgasse. „Ich bin schockiert, dass gerade zwei Pädagogen (Altmann und Verkehrsstadtrat Peter Zemann, Anm.) die Öffnung der Schulgasse fordern“, so Kral.

Aus seiner Sicht wäre dies vielleicht eine kleine Verbesserung für die Autofahrer, aber eine massive Verschlechterung für die Fußgänger, insbesondere für die zahlreichen Schüler, die sich dort täglich auf dem Schulweg befinden.

„Verschlechterung für die Fußgänger“

„Wir sind für alle Verkehrsteilnehmer da, insbesondere für die schwächsten, also die Fußgänger und Radfahrer, und wir unterstützen die Sichtweise des Kuratoriums für Verkehrssicherheit“, so Kral, der stattdessen einen Ausbau der Mikro-ÖV-Angebote für die Stadt fordert, ebenso wie einen Ausbau der Radwege bzw. breitere Radwege. „Zum Beispiel in der Hainburgerstraße, wo die Kinderbetreuung in der Burg entsteht, aber auch zum Bahnhof.“ Dringend notwendig seien auch bessere Busverbindungen, etwa ins Ecoplus. „Dazu gehören auch entsprechende Wartehäuschen.

Wenn das Angebot so schlecht ist, wie es derzeit ist, braucht man sich nicht wundern, wenn die Leute mit dem Auto fahren“, so Kral. Bei der ÖVP kann man Krals Argumenten jedoch nichts abgewinnen. Die Schulgassen-Öffnung wäre nicht nur eine Entlastung für die Autofahrer, sondern auch eine für die Anrainer der Kochgasse, ist VP-Sprecher Ronald Altmann überzeugt. Und auch VP-Stadtrat Alex Petznek meint, der Schulweg wäre dadurch nicht gefährlicher, weil es sich dann ja um eine Einbahn stadtauswärts handeln würde. „Verkehrsberuhigung schön und gut, aber man muss auch für einen Verkehrsfluss sorgen“, sagt Altmann.

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