Corona belastet die Jugend. Auswirkungen der Pandemie soll in Bruck an der Leitha durch eine gemeinsame Anstrengung entgegengewirkt werden.

Von Susanne Müller. Erstellt am 05. Mai 2021 (04:12)
Gerti Taferner, Leiterin der Jugendarbeit: „Sind schon am Planen.“
Müller, Cajka, Müller, Cajka

„Die Probleme der Jugendlichen sind ganz andere, als sie es früher waren“, beobachtet Gerti Taferner, Leiterin der Jugendberatung bei Römerland Carnuntum ebenso wie die mobilen Jugendberater, dass die Corona-Pandemie für die Jugend ganz besonders schwer auszuhalten ist.

„Die Themen sind wesentlich intensiver, eigentlich so intensiv wie sie es bisher noch nie waren“, so Taferner. Ein Faktor dabei sei die mangelnde Privatsphäre. Als Jugendlicher hat man meist sein Zimmer, die Gefahr, dass Mama oder Papa hereinplatzen, besteht aber so gut wie immer. „Es gibt Jugendliche, die nicht einmal das Haus verlassen dürfen, weil die Eltern Angst vor Corona haben“, erzählt Taferner, dass von Experten jedoch immer wieder betont werde, wie wichtig der Kontakt zu Gleichaltrigen für die Jugendlichen sei. Es komme nicht von ungefähr, dass Paul Plener, der Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie von einem starken Anstieg der psychischen Erkrankungen von 25 Prozent spricht. Eine der vielen Folgen, die man im Bezirk beobachte, sei eine Zunahme der Suchterkrankungen.

Um hier gegenzusteuern, trafen sich Schulvertreter, Jugendberater, Psychotherapeuten, Polizei und Mitarbeiter der Fachstelle für Suchtprävention mit Brucks Stadtchef Gerhard Weil (SPÖ) online zu einem runden Bildungstisch, den es in Vor-Corona-Zeiten bereits gab. „Wir wollen hier Möglichkeiten ausloten, bevor die Probleme größer werden“, so Weil. Vergleichbare Ansätze in Tirol hätten gezeigt, dass etwa Veranstaltungen allein nicht viel bringen würden. „Die Sozialarbeiter sollen sich unter die Jugendlichen mischen, ähnlich wie bei der mobilen Jugendarbeit, damit die Jugendlichen wissen, an wen sie sich wenden können“, so Weil, der sich erfreut zeigt, dass die Jugendarbeit in der Stadt bisher viel gebracht habe. „Diverse Hotspots haben sich aufgelöst“, so Weil, der aber auch einräumt, dass das zum Teil vielleicht auch der Pandemie geschuldet sei.

Ziel ist es, vor allem in den Schulen anzusetzen, und zwar ab dem Alter der Mittelschüler. Die Organisation übernimmt das Römerland Carnuntum. „Wir sind schon am Planen. Die nächste Besprechung findet diese Woche statt“, so Taferner. Aufgrund der Pandemie sei noch nicht klar, was im laufenden Schuljahr noch möglich sei. Man wolle daher im Herbst in den Schulen starten.

Sabine Puchinger, Direktorin des Brucker Gymnasiums, von der auch die Initiative kam, den runden Bildungstisch wieder aufleben zu lassen, erklärt: „Wir wollen vermitteln können, um Jugendliche auffangen und stärken zu können. Das ist unser Ziel“, betont Puchinger: „Wir sind froh, wenn wir mit in diesem Netz sein können, das es ja bereits gibt.“

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