Diebesbande ergaunerte 42 Paletten Schokolade. Die Täter stahlen im großen Stil Sattelaufleger samt Waren. Drei ungarische Staatsbürger wurden nun verurteilt.

Von Susanne Müller. Erstellt am 18. Dezember 2020 (20:35)
Mit dieser Zugmaschine waren die Täter unterwegs und stahlen ganze Sattelaufleger.
LPD NÖ

Drei Ungarn wurden vor kurzem am Landesgericht Wiener Neustadt rechtskräftig verurteilt. Sie sollen zu einer kriminellen Vereinigung gehört haben, die in den vergangenen zwei Jahren im großen Stil ganze Sattelschlepper-Ladungen gestohlen haben. Unter anderem sollen die Täter bei der Brucker Firma WLS (Weindl Logistic Service) 42 Paletten Schokolade betrügerisch herausgelockt und abtransportiert haben. In diesem Fall handelte es sich um schweren Betrug. In mehreren anderen Fällen war es schwerer Diebstahl. Da entwendeten die Täter ganze Sattelaufleger, einen etwa voller Gewürze, einen mit 33 Paletten Schokolade. Doch nicht jedes Mal hatten es die Täter auf Lebensmittel abgesehen. Sie entwendeten auch Sattelaufleger mit Bewährungseisen, Bekleidung oder 712 Kugelgrillern.

Bei insgesamt sieben derartigen Straftaten dürfte in Österreich eine Schadenssumme von etwa 428.000 Euro verursacht worden sein.

Das Landeskriminalamt Niederösterreich, Ermittlungsbereich Diebstahl, führte dazu seit Dezember 2018 umfangreiche Ermittlungen durch. Dabei konnte eruiert werden, dass die Tätergruppe als kriminelle Vereinigung von Ungarn aus operierte und höchst professionell, sowie arbeitsteilig vorging. In Zusammenarbeit mit dem nationalen Ermittlungsbüro der ungarischen Polizei in Budapest (NNI) forschten die Ermittler eine fünfköpfige Tätergruppe aus dem Komitat Komarom – Esztergom in Ungarn aus. Sie sollen dabei gefälschte Dokumente und gestohlene slowakische Kennzeichen verwendet haben. Sie reisten mit einer Zugmaschine aus Ungarn ein und hatten es auf konkrete Sattelaufleger abgesehen.

Bei den Straftaten, die tagsüber stattfanden, soll die Ware betrügerisch herausgelockt worden sein. Der Lkw-Fahrer fuhr mit gestohlenen Kennzeichen zu einer Firma und lockte den Betroffenen die Ware heraus. Danach sollen die Beschuldigten die Ware auf verschiedenen Lagerplätzen in Ungarn und in der Slowakei bis zum Verkauf zwischengelagert haben.

Wie erst jetzt bekannt wurde, konnte die Polizei drei Mitglieder der Tätergruppe bereits im Mai in Schwechat festnehmen.

Die drei ungarischen Staatsbürger sind 64, 55 und 44 Jahre alt. Der 44-Jährige wurde zu drei Jahren Haft verurteilt, die beiden anderen zu zwei Jahren bedingter Freiheitsstrafe bzw. zwei Jahren, davon 18 Monate bedingt. Das Urteil gegen einen 51-jährigen Beschuldigten rumänischen Staatsbürger ist noch ausständig. Nach einem weiteren Mitglied der kriminellen Vereinigung, einem 45-jährigen ungarischen Staatsbürger wird gefahndet.