Hohe Wellen um Hansagfood-Läden. Kundin wandte sich an Schutzverband. Hans Goldenits versucht es nun mit einer Petition.

Von Susanne Müller. Erstellt am 08. Mai 2021 (04:23)
Die Hansagfood-Läden dürfen seit Kurzem nicht mehr rund um die Uhr geöffnet haben.
BVZ Neusiedl, BVZ Neusiedl

Die erzwungene Einschränkung der Öffnungszeiten für die Hansagfood-Hofläden schlug im Bezirk hohe Wellen. Eine treue Kundin der beliebten Hofläden, die es im Bezirk in Bruck, Fischamend und Schwechat gibt, wandte sich sogar in einem Schreiben an den Schutzverband vor unlauterem Wettbewerb, dem Hansagfood-Chef Hans Goldenits die Anzeige zu verdanken hatte. Konkret ging es darin um den Umstand, dass Goldenits in den Hofläden nicht nur seine eigenen Produkte verkauft, sondern auch die von anderen Erzeugern. Somit gelten für ihn die gleichen Einschränkungen der Öffnungszeiten wie für den Handel.

„Den Selbstbedienungs-Hansag-Hofläden von Herrn Goldenits die Öffnungszeiten zu beschränken, ist eine bodenlose Gemeinheit“, meint Maria Kuba und bemüht einen Vergleich mit Zigaretten-, Lebensmittel- und Getränkeautomaten. „Aber es zeigt sich wieder einmal, Recht hat mit Gerechtigkeit nicht viel zu tun. Auf die Kleinen hinzuschlagen ist auch einfacher als den Großen Paroli zu bieten“, so die verärgerte Sarasdorferin. Beim Schutzverband löste ihr Schreiben eine ungehaltene Reaktion aus. „Die Rechtslage in diesem Fall ist klar, das haben die zuständigen Behörden und auch Herr Goldenits selber bestätigt“, betont Schutzverband-Geschäftsführer Hannes Seidelberger, dass ein „Containershop“ kein Automat sei und Kubas Einwand nicht der aktuellen Rechtslage entspreche.

Der Verband interveniere pro Jahr mehr als 2.000 mal in Fällen „auf Basis der geltenden rechtlichen Bestimmungen“ und setze sich „unabhängig von der Größe der Firma für die Einhaltung der Spielregeln“ ein. Wenn Kuba an der Rechtslage etwas ändern wolle, sei der Gesetzgeber der richtige Ansprechpartner.

Und genau in diese Richtung geht nun Hans Goldenits selbst. Er hat über Facebook und Instagram eine Petition an die Bundesregierung gestartet, um den „gewerbeordnungsfreien Mitverkauf regionaler und kleingewerblicher Produkte“ zu ermöglich. Bis Montag hatte er dafür 2.904 Unterstützer hinter sich. 18.000 müssten es werden, damit die Petition den Entscheidungsträgern vorgelegt wird.