Spiel, Satz & Sieg für Tennisclub. UTC Bruck und Stadt finalisieren Baurechts- Ablöse sowie Mietvereinbarung für neue Spielstätte.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 10. März 2021 (04:55)
Der neue Tennisplatz mit vier Spielfeldern und einem 200 m2 großen Klubhaus wird im Bereich von Hundewiese und Verkehrsübungsplatz (rote Markierung) entstehen.
Die Landschaftsplaner

Rund um Ostern werden die ersten Bagger auffahren. Dann geht es los für das 1,2-Millionen-Projekt „Tennisplatz neu“ auf der Spannweide. Läuft alles nach Plan, sollen die Bauarbeiten für die vier Sandplätze sowie das Klubhaus noch heuer abgeschlossen sein. „Im Frühjahr 2022 wird der Tennisclub dann am neuen Platz spielen können“, freut sich Bürgermeister Gerhard Weil (SPÖ).

Allerdings ist das Projekt nicht unumstritten. Zumindest hegen die Grünen, allen voran Fraktionssprecher Roman Kral, massive Bedenken. Allerdings nicht wegen des Tennisplatzes selbst, – „das ist ein tolles Projekt“ – sondern wegen der finanziellen Rahmenbedingungen. So zahlt die Gemeinde einerseits die komplette Errichtung und andererseits wird auch die jährliche Miete von 3.480 Euro durch die Stadt indirekt abgedeckt.

Ablöse deckt Höhe der Miete 30 Jahre lang ab

Denn bezahlt wird die Jahresmiete aus der Baurechts-Ablöse für den alten Tennisplatz in der Mühlgasse, die die Stadt dem Tennisverein in Höhe von 104.400 Euro leistet. Mit der Mietvertragsdauer über 30 Jahre kommt man bei 3.480 Euro jährliche auf exakt den gleichen Betrag. Das empfindet Kral als unverhältnismäßig zugunsten des „Union Tennisclub Bruck“ (UTC). „Alle Vorteile sind beim Verein, alle Kosten bei der Gemeinde beziehungsweise der öffentlichen Hand“, wetterte er einmal mehr im Zuge der vergangenen Gemeinderatssitzung. Dort ging es um den Beschluss der Baurechts-Ablöse und des Bestandsvertrages mit dem UTC – in beiden Fällen stimmten nur die Grünen dagegen.

Bei der SPÖ sieht man die Sachlage naturgemäß anders. „Der Neubau kostet uns 1,2 Millionen Euro, durch den Verkauf des alten Tennisplatzes lukrieren wir aber 2,4 Millionen Euro. Da bleibt eine positive Differenz“, unterstrich Vizebürgermeister und Sportstadtrat Roman Brunnthaler. Zudem habe die Stadt vom neuen Tennisplatz ja auch etwas, immerhin habe dieser 150 Mitglieder, davon an die 80 Kinder.

Die Mietlösung wurde übrigens erst spät geschaffen. Denn um die Vorsteuer in Höhe von 200.000 Euro für die Errichtung abziehen zu können, muss die Gemeinde eine Miete verlangen. Darauf wurde man vom Steuerberater aufmerksam gemacht (die NÖN berichtete). UTC-Obmann Wolfgang Karas will auf NÖN-Anfrage die Polit-Diskussion nicht kommentieren. Er verweist auf mehrfache Gespräche, die zum nunmehrigen Ergebnis führten. Und: „Wir sind zufrieden und voller Vorfreude auf den neuen Tennisplatz“, unterstreicht er.