Tafel-Chef Ernst Eigner hört auf. Nach zehn Jahren zieht sich Ernst Eigner von seiner Tätigkeit bei der Brucker Tafel zurück. Nachfolger ist Jan Schuiringa.

Von Josef Rittler. Erstellt am 22. Februar 2021 (14:58)
Mitarbeiter der Brucker Tafel im Einsatz: (v. l.): Gabriele Klammer, Ramona Schütz, Kati Gubi, Magdalena Holzinger, Manfred Koch, Ernst Eigner, Ashraf Fares und Marianne Steffl.
Josef Rittler

„Ich brauche jetzt eine Auszeit“, kommentiert Ernst Eigner seinen Entschluss, sich mit Ende März von der Brucker Tafel zu verabschieden. Der 62-Jährige war vor zehn Jahren Gründungsmitglied dieser Initiative. Diese ist eine Kooperation zwischen Rotem Kreuz und Hitradio Ö3, deren Ziel es ist, einwandfreie, aber nicht mehr verkäufliche Lebensmittel an Menschen in Not zu verteilen. Die Lebensmittel werden von den meisten Märkten und Geschäften in Bruck gespendet und jeden Samstag von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern abgeholt und verteilt. Die Mengen sind beachtlich, durchschnittlich kommen 600 Kilogramm zusammen.

Eigner war zunächst beim „Team Österreich“ aktiv und kam dann zum Roten Kreuz, als die Entscheidung getroffen wurde, die Dienstleistung „Brucker Tafel“ anzubieten. „Zunächst mussten die Mitarbeiter gefunden und der Betrieb ins Laufen gebracht werden“, berichtet Eigner. Mittlerweile hat sich alles gut eingespielt: Wurden die Waren früher in der Garage der Rot-Kreuz-Dienststelle ausgegeben, steht mittlerweile ein eigener Raum zur Verfügung.

„Es ist an der Zeit, auch andere ans Ruder zu lassen“

Insgesamt sind 33 Mitarbeiter abwechselnd im Einsatz. „Die Ausgabe erfolgt derzeit so kontaktlos wie möglich, die Klienten betreten den Ausgaberaum nicht, sondern bringen eine Tasche mit, die von den Freiwilligen befüllt und wieder hinausgegeben wird“, erklärt Eigner. Jeden Samstag im Jahr werde so bis zu 150 Personen geholfen. „Es ist schade, dass sich nicht alle hertrauen, gefühlsmäßig könnte der Bedarf noch größer sein.“

Ernst Eigner will sich nun wieder mehr seinem Beruf als Vermögensberater und dem Privatleben widmen. Neben der Leitung der Tafel ist Eigner beispielsweise Mitglied der „Carnuntum-Perchten“. Beim Roten Kreuz wechselt er aus dem aktiven Dienst in den Reservestand, käme also nur bei akutem Bedarf im Katastrophenfall wieder zum Einsatz.

„Es ist an der Zeit, auch andere ans Ruder zu lassen“, sagt Eigner. Sein Nachfolger wird voraussichtlich Jan Schuiringa, seit gut zwei Jahren beim Team der Tafel.