Übung: Retter kamen am Radl zum Notfall

Das Rote Kreuz trainierte beim ersten Brucker Rescue Ride an sieben Stationen die richtige Maßnahmenkette bei verschiedenen Einsatz-Szenarien.

Erstellt am 04. Oktober 2021 | 17:32

Sechs Teams zu je vier Rot-Kreuz-Sanitätern radelten am Samstag durch Bruck. Allerdings nicht, weil das Wetter so schön war, sondern weil sie beim ersten Brucker Rescue Race sieben Stationen zu absolvieren hatten.

Wie bei einem echten Einsatz wussten sie nicht, was sie dort erwartete. Es waren die unterschiedlichsten Herausforderungen, manche mit gefinkelten Hürden. So war etwa im Harrachpark die Übungsannahme, dass ein Fallschirmspringer abgestürzt war. Tatsächlich war das zugrundeliegende Problem allerdings eine Unterzuckerung, die es trotz der Stresssituation und der Traumabehandlung festzustellen galt. Bei der Firma Landgarten, die für den Bewerb nicht nur die Location, sondern auch die Mitarbeiter als Figuranten anbot, hatten die Einsatzkräfte der Brucker Bezirksstelle eine besondere Herausforderung zu bewältigen: Dort ereignete sich eine fiktive Geiselnahme, bei der auch eine Person angeschossen wurde, die es dann zu verarzten galt, während sich der Geiselnehmer noch im Raum befand.

Zu bewältigen galt es aber auch eine Personensuche, einen Kindernotfall, der sich erst bei genauerem Hinsehen als Kindesmisshandlung entpuppte oder auch ein Trauma durch eine Verpuffung bei der Brucker Feuerwehr. Insgesamt waren bei dem Bewerb an die 70 Personen beteiligt. „Wir haben versucht, ein Spektrum an Dingen zu beüben, die wirklich wichtig sind, die aber nicht so häufig vorkommen“, erklärt Organisator und Ideengeber Florian Schodritz, der betont, dass es wichtig sei, bei einem derartigen Bewerb einen „hohen Grad an Realismus“ zu erreichen. Das Rescue Race wurde innerhalb von sechs Wochen auf die Beine gestellt. „Durch Corona waren lange nur wenige Praxisübungen möglich. Aber praktisches Training kann man nicht durch Zoom-Besprechungen ersetzen“, ist Schodritz überzeugt.

Am Abend, als alle Teams alle Stationen abgearbeitet hatten, fand in der Bezirksstelle neben der Siegerehrung noch eine ausführliche Nachbesprechung statt, denn „es ist nur in zweiter Linie ein Bewerb, in erster Linie ist es eine Aus- und Weiterbildung“, betont Schodritz.