„Mülltonne oder Tierheim“ für Kätzchen

Gnadenlos zeigen sich Tierbesitzer, die ihre Vierbeiner schnell loswerden wollen. Derzeit werden vom Brucker Tierheim an die 40 teils sehr kranke Katzen und Katzenbabys versorgt. Die medizinische Versorgung bringt Geldprobleme.

Erstellt am 15. Juli 2021 | 05:23

Nach den letzten Monaten, in denen das Tierheim keine Veranstaltungen abhalten und daher auf einen Gutteil der Einnahmen verzichten musste, steht das Team des Tierschutzvereins nun vor besonderen Herausforderungen.

„Derzeit leben im Tierheim Bruck und auf einer erfahrenen Pflegestelle fast 40 Katzen“, berichtet Tierheim-Obfrau Anna Zwettler, dass sich die meisten von ihnen derzeit entweder in Quarantäne befinden oder bei einer „Pflegemama“ betreut werden.

Pflegeaufwand ist hoch

Es handelt sich nämlich entweder um Mütter mit Kitten, trächtige Katzen oder ausgesetzte, kranke Kätzchen. Der Pflegeaufwand ist also beträchtlich. „Große Sorgen bereiten uns aktuell die Kätzchen Loop, Luna und Woop. Loop wurde zu uns gebracht, nachdem uns die Finderin mit folgenden Worten angerufen hat: ,Mülltonne, Polizei oder Tierheim.‘ Selbstverständlich haben wir den kleinen Kater bei uns aufgenommen“, erzählt Zwettler.

Der Kleine sei noch keine vier Wochen alt gewesen, habe Katzenschnupfen und verklebte Augen mit blutigen Ausfluss gehabt. „Bei der Untersuchung in der Tierklinik wurde eine Verletzung der Nickhaut festgestellt. Loops Augen müssen mehrmals täglich versorgt und gereinigt werden“, so die Obfrau.

Schwere Erkrankungen der Augen

Obwohl sich der kleine Kater auf dem Weg der Besserung befinde, werde er auf einem Auge entweder blind bleiben oder es müsse noch operativ entfernt werden. Kurze Zeit später seien in der Nähe von Loops Fundstelle zwei weitere Katzenbabys gefunden worden.

„Es könnte sein, dass sie Geschwister sind, mit Sicherheit wissen wir es jedoch nicht“, so Zwettler. Jedenfalls würden auch die beiden an Katzenschnupfen leiden und hätten jeweils auf zumindest einem Auge innen komplett verwachsene Augenlider. „Die Lider mussten in der Tierklinik geöffnet werden und auch hier ist es fraglich, ob der Augapfel gerettet werden kann“, schildert die Tierheim-Chefin.

Damit noch nicht genug, gelte es derzeit, neugeborene Kitten mit dem Fläschchen zuzufüttern, da sie sonst zu schwach wären.

Die intensive medizinische Betreuung der Katzenbabys belastet unser Budget sehr.“ Anna Zwettler, Obfrau des Tierschutzvereins

Vergeben werden die Kätzchen erst, wenn sie mindestens acht Wochen alt und gesund sind. Bis dahin belaste die intensive medizinische Betreuung der Katzenbabys das Tierheim-Budget sehr.

Flohmarkt zur finanziellen Entspannung

Angesichts der Corona-Öffnungsschritte hoffe man, heuer noch zumindest einen Flohmarkt abhalten zu können. Bis dahin gibt es die Möglichkeit, über einen Online-Flohmarkt auf Facebook Artikel zugunsten der Tiere zu erwerben.

„Daher haben wir auch wieder mit der Aufnahme von Flohmarktware begonnen“, so Zwettler. Flohmarktspenden werden während der Öffnungszeiten von Mittwoch bis Sonntag von 9 bis 12 Uhr angenommen. Ausgenommen sind Kleidung, Schuhe und Bücher.

Jeder Euro hilft

„Neben Flohmarktspenden freuen wir uns auch sehr über Unterstützung bei den derzeit steigenden Tierarzt- und Medikamentenkosten“, so Zwettler. Spenden können an das Tierheimkonto unter dem Betreff „Loop“ getätigt werden.

„Jeder Euro ist eine große Hilfe!“, betont Zwettler. Aber auch Futterspenden seien willkommen. „Besonders brauchen wir derzeit Kittennassfutter für die Kleinsten (Animonda Kitten Pate) und für unsere Hunde Nassfutter in den Sorten Huhn, Ente oder Pute“, so die Obfrau.