Närrischer Gruß ans Trump-Land. Die Faschingsgilde strapaziert unter dem Motto „Die Brucker Narrenschar begrüßt Amerika“ die Lachmuskeln.

Von Susanne Müller. Erstellt am 27. Februar 2019 (03:33)

Seit Freitag ist die Stadt wieder fest in närrischer Hand – ebenso wie die Schlüssel zum Rathaus. Sie hat nun bis zum Aschermittwoch der Faschingsbürgermeister Ferdl III. Krakhofer in seiner Tasche.

Was traditionell der erste Tagesordnungspunkt der ersten Faschingssitzung ist, musste dieses Mal ein wenig nach hinten verschoben werden: die Schlüsselübergabe. Ferdinand Krakhofer befand sich zu Beginn der Faschingssitzung noch am etwas verspäteten Heimflug und eilte dann direkt vom Flughafen in die Stadthalle zur Schlüsselübergabe.

Für Brucks neuen Bürgermeister Gerhard Weil war es das erste Mal, dass er die Schlüssel abgeben musste, wenngleich er seit Jahren bei der Schlüsselübergabe als Vizepräsident der Faschingsgilde auf der Bühne stand. Dieses Mal schlüpfte er dafür in ein vielsagendes Sakko – halb Bürgermeister-Jacke, halb Gilden-Jacke. „Seit ich Bürgermeister bin, weiß ich ganz gewiss, dass es kein Zuckerschlecken is‘“, meinte Weil, dass er sich schon ein wenig Erholung verdient habe. Ebenfalls um den Schlüssel zum Gemeindeamt erleichtert wurde Bruckneudorfs Vizebürgermeister Gerold Eder.

"Kein Schild ist auch keine Lösung"

Das Motto des heurigen Brucker Faschings lautet „Die Brucker Narrenschar begrüßt Amerika“ und brachte ein Feuerwerk an Sketches und Musikeinlagen, deren Anfang wie immer der Gardemarsch der Gardemädchen machte. Dass „kein Schild auch keine Lösung ist“, bewiesen danach Swen Tesarek und Andreas Jahn erneut in aller Stille. Ihre Botschaften beschränkten sich auf das geschriebene Wort und sorgten für jede Menge Lacher.

Wie schwer man sich mit dem geschriebenen Wort tun kann, zeigte dann Walter „Joschy“ Reiner, der seine Schreibmaschine bei IT-Freak Sascha Zotter reparieren lassen wollte.
Einen schweren Fall von „Imitosis“ diagnostizierte Melissa Rüttinger bei Dominik Pschill und Swen Tesarek, bevor die Brucker Bühne ihre amerikanischen Gäste im Rathaus begrüßte. Da meinte etwa das amerikanische Filmsternchen alias Renate Muhr zu Bürgermeister Gerhard Weil, dargestellt von Christian Vymetal: „Von unserem Präsidenten könnt ihr noch was lernen.“

Besuch aus Amerika erkundet Bruck

Der zeigte sich unbeeindruckt: „Nein, nein. Mauer brauchen wir keine“, um dann doch zu überlegen: „Naja, so ein kleines Mauerl zu Bruckneudorf wär manchmal gar nicht so schlecht.“

Schmerzhaft wurde es dann sowohl im Operationssaal von Swen Tesarek, Andreas Jahn und Dominik Pschill als auch im Wartezimmer für Michael Biebl, dem die schallenden Ohrfeigen nur so zuflogen. Mit von der Partie war wie immer auch das Männerballett, das heuer als „Bewegungs-Legastheniker“ auftrat – mit einem beachtlichen Gesamtgewicht von 1.160 Kilogramm. Zum großen Finale warteten die Gildenmitglieder mit einem Medley auf, bei dem von „Sonny & Cher“ bis zu „Kiss“ kein Auge trocken blieb.