ÖVP als einzige Partei gegen neues Mega-Betriebsareal. Holländische Firma CTP plant vier Firmengebäude zu errichten. Stadtgemeinde verkauft selbst 20.000 m2 an das Unternehmen.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 24. Februar 2021 (17:30)
Im gelbmarkierten Bereich wird das neue Betriebsareal entstehen. Die Erweiterungsfläche wird vorerst nicht bebaut.
Atlas NÖ, Bearbeitung: Burggraf

Die Entsorgungsfirma Jüly bekommt einen neuen Nachbarn. Die europaweit tätige Firma CTP will auf der Fläche zwischen dem Abfallexperten und der Landesstraße L163 nach Wilfleinsdorf ein neues Betriebsareal realisieren. Konkret geplant sind vier Firmenhallen in der Größenordnung von knapp 13.000 bis rund 17.000 m2. CTP tritt allerdings nicht nur als Immobilienentwickler auf, sondern auch als Vermieter und Betreiber ihrer Firmenareale. 

Zwei der drei Grundstückseigentümer haben den Optionsvertrag für den Verkauf bereits unterschrieben. Der dritte Liegenschaftseigner ist die Stadtgemeinde Bruck, ihr gehören rund 20.000 m2. In der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend wurde der Vertrag neben den Stimmen der Bürgermeister-SPÖ auch von Grünen und der Bürgerliste mehrheitlich beschlossen. 

ÖVP fürchtet Mehrbelastung

Einzig die ÖVP sprach sich vehement gegen das Projekt aus und befürchtet eine Mehrbelastung der Bevölkerung durch Lärm, Verkehr und Feinstaub. Zudem kritisieren die Mandatare um Klubsprecher Ronald Altmann die Bodenversiegelung. Nachdem die CTP nicht als Betreiber sondern nur als Vermieter auftritt, schwebe auch das Damoklesschwert eines Logistikzentrums über dem Projekt.

Das stellte Bürgermeister Gerhard Weil allerdings vehement in Abrede.  „Wichtig ist festzuhalten, dass es keine Logistikhallen werden. Das steht im Vertrag auch so drinnen“, betont er im NÖN-Gespräch. Die SPÖ befürwortet das Mega-Projekt und hofft auf möglichst viele Arbeitsplätze für Bruck und Wilfleinsdorf. Im Vertrag ist von möglichen 200 Arbeitsplätzen in fünf Jahren die Rede. Und: Der Verkauf spült rund 1,3 Millionen Euro in die Gemeindekasse.

Positive Stimmen von Grünen und Bürgerliste

Die Betriebshallen sollen in Modulbauweise errichtet werden. Das bedeutet, dass Büros sowie Produktions- und Lagerbereiche je nach Bedarf des Mieters hergerichtet werden können. Der Immobilienexperte betreibt bereits mehrere Standorte in Osteuropa und soll auch schon Kunden an der Hand haben. Der Kontakt zur Stadt entstand über die NÖ-Wirtschaftsagentur „Ecoplus“, wie Weil berichtet. „Dieses Projekt ist ein Schritt in die Zukunft und eine sehr positive Entwicklung“, hält der Bürgermeister fest.

Zustimmung für das modulartige Baukonzept kommt von den Grünen. "Das ist eine Chance für Klein- und Mittelbetriebe, die das Rückgrat der Wirtschaft bilden", betont Klubsprecher Roman Kral. Sein Amtskollege bei der Bürgerliste, Felix Böhm, sieht den Standort zudem als geeignet und betont: "Für mich ist ein Logistikzentrum eines wie in Enzersdorf. Das hier nicht."