Polizei gab Einblick: Bezirk sicherer als gedacht. Landespolizeidirektor Konrad Kogler gab Einblicke in die Arbeit der Polizei. Sicherheitsgefühl weit entfernt von den Tatsachen.

Von Susanne Müller. Erstellt am 23. November 2017 (04:39)
Müller
Bezirkspolizeikommandantin Sabine Zentner, Bezirkshauptmann Peter Suchanek, Landespolizeidirektor Konrad Kogler, Bundesrat Gerhard Schödinger, Bürgermeister Richard Hemmer und Vizebürgermeister Gerhard Weil.

Einblicke in die Arbeit der Polizeiinspektionen im Bezirk verschaffte sich Landespolizeidirektor Konrad Kogler am Donnerstag, bevor am Abend im Brucker Rathaus zur Info-Veranstaltung rund um das Thema „Kriminalprävention“ geladen wurde.

Im kleinen Kreis – neben den Exekutiv-Beamten aus dem Bezirk waren lediglich einige Gemeindevertreter anwesend – gingen Bezirkspolizei-Kommandantin Sabine Zentner und die Spezialisten für Kriminalprävention Wilhelm Meidlinger und Martin Kohl auf das Schwerpunktthema „Dämmerungseinbrüche“ ein. „Wir können Einbrüche nicht verhindern, aber wir können es Einbrechern so schwer wie möglich machen“, erklärte Kohl, denn: „Der 08/15-Einbrecher scheut das Risiko.“

"Einbruchszahlen in Österreich sind markant rückläufig"

Demnach gaben die Beamten Tipps, wie man sich am besten schützen kann. Eigentlich durchwegs positive Nachrichten hatte Landespolizeidirektor Konrad Kogler mitgebracht. „Nur noch in 60 von 100 Fällen sind Einbrecher erfolgreich. Vor 20 Jahren waren es noch 90 Prozent. Die Einbruchszahlen in Österreich sind markant rückläufig.“

Problematisch dabei sei, dass diese Fakten sich im Sicherheitsgefühl der Bevölkerung nicht widerspiegeln. „Seit 2012 hat sich die tatsächliche Sicherheitslage sehr weit vom Sicherheitsgefühl der Menschen entfernt. Wenn wir Erfolge haben, glauben es die Leute nicht“, hob Kogler die mit 540.000 Delikten österreichweit niedrige Kriminalität hervor.

Größte Herausforderung der Zukunft sei die Digitalisierung

Die meiste Glaubwürdigkeit hätten nach wie vor die Polizisten und Sicherheitspartner vor Ort. Die Ziele von „Gemeinsam sicher“ seien daher, einerseits im Dialog mit der Bevölkerung die tatsächliche Sicherheitslage darzustellen und andererseits zu überlegen, was man bei konkreten Problemen tun kann. Die größte Herausforderung der Zukunft sei definitiv die Digitalisierung.

„In drei bis fünf Jahren werden Sie nicht mehr bewusst ins Internet einsteigen“, nannte Kogler etwa Auto-Software oder Heizungssteuerungen als Beispiele. „All diese durchaus praktischen Dinge haben einen Pferdefuß: Sie können gehackt werden“, so Kogler, der sich dennoch zuversichtlich zeigte, dass die Herausforderungen bewältigt werden können.