Schule wurde bei Architekturtagen zu Blickfang. Architekt führte bei Architekturtagen durch fast fertig umgebautes Gymnasium samt Kreativturm.

Von Susanne Müller. Erstellt am 30. Mai 2019 (04:36)
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Von außen sieht das Gymnasium samt seinem neuen Kreativturm ja schon fertig aus. Im Inneren und bei den Außenanlagen ist derzeit aber noch der letzte Baustellen-Abschnitt im Endspurt. Mit Ende Juni sollen die Container als Ausweichquartier ausgedient haben. Die Außenanlagen sollen im Herbst fertiggestellt werden.

In der Endphase der umfangreichen Umbauarbeiten gab es nun die Gelegenheit, im Rahmen der Architekturtage das runderneuerte Gymnasium mit dem Architekt Christoph Treberspurg zu besichtigen. Das Wiener Architekturbüro Treberspurg & Partner zeichnet für alle Neuerungen im Zuge des Umbaus verantwortlich, mit Ausnahme der Fassade und Fenster, die schon vorab erneuert wurden (die NÖN berichtete mehrfach).

Markantester Blickfang ist nun freilich der neue Kreativturm, der sich auf drei Geschoßen vor dem Bundesschulen-Bau erhebt und alle Fächer aus dem Kreativbereich von Werken bis Bildnerische Erziehung beheimatet. „Wir waren das einzige Büro, das einen dreigeschoßigen Baukörper vorgeschlagen hat“, erzählt Treberspurg, dass diese Lösung wahrscheinlich den Ausschlag gegeben habe, warum sein Büro den Zuschlag beim Architekten-Wettbewerb erhalten hat. Dadurch sei nämlich auf dem Vorplatz deutlich mehr Raum für die Platzgestaltung geblieben und die Eingangssituation klarer lösbar gewesen. Der weiße Kreativturm bilde zudem einerseits einen Kontrast zum restlichen Schulgebäude, aber durch die Fassadengestaltung andererseits auch eine „Einheit mit dem Ensemble“.

Es ist wohnlich geworden, wir sind sehr zufrieden.“ Martin Glatz, Direktor-Stellvertreter

In den Kreativturm wurden kleine Fenster eingearbeitet, die gleichzeitig als Ausstellungsfläche für die Arbeiten der Schüler dienen und „nachts beleuchtet sind“, wie Direktor-Stellvertreter Martin Glatz erklärt. „Es war uns wichtig, ein Gebäude zu entwickeln, mit dem sich auch die Schüler identifizieren können“, erklärt Treberspurg.

Im Altbestand, dessen ältester Teil aus 1965 stammt, wurden durch behutsame Veränderungen mehr Platz und ein moderner Touch geschaffen. So sorgen etwa Lüftungsschlitze in den Klassenräumen für eine intelligente automatische Belüftung, Glaselemente für mehr Freiraum und Offenheit.

Einzelne Elemente wurden auch aus dem ursprünglichen Bestand erhalten, etwa das Mosaik im Stiegenhaus des Altbaus. Das Stiegenhaus im neueren Gebäudeteil wird nun durch gläserne Brandschutzwände vom Rest des Gebäudes abgekoppelt. „Da sind wir ganz stolz, dass das so gelöst werden konnte“, betont Treberspurg die optische Offenheit der Konstruktion.

Gänzlich neu sind in der Aula die Bibliothek und der Multifunktionssaal sowie die Kantine. Über deutlich mehr Platz verfügen nun auch die rund 70 Lehrer des Gymnasiums im Lehrerzimmer. „Es ist wohnlich geworden, wir sind sehr zufrieden“, betont Glatz.