Schulsprecher zu Corona-Matura: „Alles andere als Geschenk“

Erstellt am 26. Januar 2022 | 04:26
Lesezeit: 3 Min
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Schulsprecher Thomas Gausterer spricht sich für freiwillige mündliche Matura aus.
Foto: privat
Thomas Gausterer, Schulsprecher im Gymnasium Bruck, sprach mit der NÖN über die Matura und Schule seit Corona.
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NÖN: Wie sehen Sie die Debatte um die bevorstehende Matura? Sollte es Erleichterungen geben, etwa, dass die mündliche Matura nur freiwillig abgehalten werden soll? Oder denken Sie, dass das zum Schaden der Maturanten wäre, wenn sie keine „normale“ Matura ablegen.

Thomas Gausterer: Ich bin der Ansicht, dass die mündliche Matura auch dieses Jahr freiwillig bleiben sollte. Viele Leute sagen mir Dinge wie: „Die Matura kann nicht wieder geschenkt sein“, und ich finde diese Ansicht mehr als falsch. Seit März 2020 war die Schulzeit für alle alles andere als ein Geschenk.

Die aktuellen Bestimmungen des Ministeriums sind meiner Meinung nach nicht fair, denn gerade der jetzige Matura-Jahrgang war am meisten im Distance Learning. SchülerInnen gehen zwölf bis 13 Jahre zur Schule und dann entscheidet eine Prüfung über den Erfolg dieser Schullaufbahn und ich denke, dass eine solche Prüfung in Zeiten wie diesen nicht „normal“ abgehalten werden sollte.

Ich bezweifle, dass eine freiwillige „Mündliche“ jemandem schaden würde, denn wenn man den Stoff der mündlichen Matura für seinen Beruf oder das Studium braucht, wird man sich darauf sowieso gut genug vorbereiten und kann dann die Prüfung freiwillig ablegen. Ich werde mich auf jeden Fall weiterhin für die Interessen und Rechte unserer MaturantInnen einsetzen, unter anderem gemeinsam mit den Schulsprechern Nico Besel von der Brucker HAK und Taylan Algan vom Schwechater Gymnasium.

Wie haben Sie die Pandemiezeit als Schüler bisher erlebt? Empfinden Sie die Einschränkungen im Unterricht und in der Freizeit als belastend?

Gausterer: Es war ganz bestimmt keine leichte Zeit. Einerseits sind die Einschränkungen natürlich eine Belastung, aber andererseits geben sie uns Sicherheit. Auch wenn das Distance Learning eine große Herausforderung war, waren wir dabei kaum einer Gefahr ausgesetzt.

Das ist jetzt anders. In der Schule wird zum Glück viel getestet und wir tragen auch immer die Maske, aber leider gibt es Lücken, zum Beispiel die überfüllten Öffis, mit denen wir zur Schule fahren. Dass das Distance Learning aktuell freiwillig ist, ist dafür leider auch keine gerechte Lösung, da es sich Noten-technisch nicht jeder leisten kann, zu Hause zu bleiben.

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