Stadtchefs ohne Masken sorgten für Unverständnis. Brucker Bürgermeister und Vizebürgermeister trugen während der Sitzung keine Maske.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 23. Dezember 2020 (05:32)
Künftig sitzen nur noch 36 statt 37 Mandatare im Gemeinderat, ein Sitz bleibt leer.
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Aufgefallen ist es wohl jedem. Angesprochen wurde der Umstand, dass Bürgermeister Gerhard Weil und Vizebürgermeister Roman Brunnthaler (beide SP) bei der Gemeinderatssitzung als einzige ohne Maske im Saal saßen, von Grünen-Gemeinderat Roman Kral: „Lebt ihr in einem gemeinsamen Haushalt oder seid ihr maskenbefreit.“

Nicht zuletzt saßen die beiden, anders als der Rest des Gemeinderats, auch noch dicht nebeneinander an einem Tisch. Brunnthaler meinte nach einigem Hin und Her sichtlich verärgert, dass er die Maske aufsetze, zog sie aber bald wieder bis unter die Nase. Weil argumentierte hingegen, er sei am Samstag, also vier Tage vor der Sitzung, negativ auf das Coronavirus getestet worden. „Ich habe das als ziemlichen Affront empfunden“, erklärte im Nachhinein Roman Kral, der sich neben den fehlenden Masken auch daran störte, dass man nicht einmal den Klubsprechern einen Tisch zur Verfügung gestellt hatte und deshalb seinen eigenen mitbrachte. „Wir hatten schon einmal einen positiven Fall im Gemeinderat. Sich gerade mit dieser Erfahrung hinzusetzen und mit schlechtem Beispiel voranzugehen, ist letztklassig und zeugt von ihrem demokratiepolitischen Verständnis“, kritisierte Kral.

Auf NÖN-Anfrage bekräftigte SP-Bürgermeister Gerhard Weil auch nach der Sitzung, dass sowohl er als auch Vize Roman Brunnthaler negativ getestet worden seien. „Und wir verbringen mehr Zeit miteinander als so manch anderer“, meinte Weil. Zu allen anderen im Saal habe man außerdem den „Babyelefanten“-Abstand eingehalten.