Stadthallen-Pächterin Sylvia Tachere hört auf

Erstellt am 02. Februar 2022 | 05:43
Lesezeit: 3 Min
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Die Stadthalle braucht wieder einen neuen Pächter. Sylvia Tachere hat ihren Vertrag bereits gekündigt.
Foto: Susanne Müller
Corona, finanzielle Probleme und häufige Beschwerden aus der Nachbarschaft hätten Sylvia Tachere dazu gebracht, den Vertrag für die Brucker Stadthalle zu kündigen.
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„Ich muss aufhören. Ich schaffe es finanziell und psychisch nicht mehr“, sagt Sylvia Tachere und bestätigt damit im Gespräch mit der NÖN, dass sie den Vertrag mit der Stadtgemeinde für die Stadthalle gekündigt hat.

Allen voran sei Corona und die damit einhergehenden Umsatzverluste ausschlaggebend gewesen. „Corona hat viel kaputt gemacht. Vom Staat hab ich noch nicht einmal die 80 Prozent für den November bekommen. Ich habe alles reingesteckt und gekämpft, aber es geht nicht mehr“, so Tachere.

Zuletzt hätten die Absagen der Weihnachtsfeiern die Hoffnungen auf ein paar Einnahmen zunichte gemacht. „17 Feiern wären angemeldet gewesen. Eine davon allein für 400 Leute“, erzählt Tachere, dass das finanziell freilich einen Unterschied gemacht hätte.

Polizei tauchte bei Kindergeburtstag auf

Die finanziellen Sorgen hätten sich aber vielleicht durch eine geplante Fusion lösen lassen. Dazu kamen aber noch anhaltende Beschwerden aus der Nachbarschaft. „Sogar bei einem Kindergeburtstag am Nachmittag wurde uns die Polizei geschickt“, ärgert sich Tachere.

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Foto: Susanne Müller

Zuletzt sei auch der Ombudsmann eingeschaltet worden. „Wenn ich keine Veranstaltungen mehr machen kann oder eben nur mit leiser Musik, dann kann man das vergessen“, gibt sich Tachere geschlagen. Bei Corona würden alle Gastro-Betriebe in einem Boot sitzen. „Aber die Halle braucht Veranstaltungen, sonst ist das alles nicht leistbar“, so Tachere.

Die Kündigung sei bereits erfolgt. Sie habe viel in die Stadthalle investiert. Ideal wäre es für sie natürlich, wenn ein neuer Pächter davon einiges übernehmen würde. „Wer kauft einem das alles ab, überhaupt in Zeiten wie diesen“, macht sie sich aber keine allzu großen Hoffnungen. Der Abschied falle ihr dennoch schwer.

Suche nach neuem Pächter

„Die Halle war mein Baby. Ich bin irrsinnig traurig, aber ich muss einen Schlussstrich machen, bevor ich mich selber krank mache“, so Tachere. Zweieinhalb Jahre nachdem Tachere die Stadthalle von Vorgänger Alfred Deyer übernommen hat, beginnt für die Stadt nun also wieder die Pächtersuche.

Bürgermeister Gerhard Weil (SPÖ) bestätigt, dass Tacheres Kündigungsfrist mit 28. Februar endet. Die Stadt werde also eine Ausschreibung durchführen. „Es ist traurig, aber ich verstehe, dass es in Zeiten wie diesen nicht einfach ist“, so Weil. Auf die Frage, ob noch an eine Alternative für die Stadthalle gedacht werde, sagt Weil: „Der Gedanke für eine neue Veranstaltungshalle ist noch im Hinterkopf, im Budget ist er aber derzeit nicht verankert.“

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