Verkehr bleibt Reizthema in der Stadt. Im zweiten Infoabend ging es um die Gewässer im Park, Verkehrskonzept und Tennisplatz.

Von Susanne Müller. Erstellt am 04. September 2019 (05:00)
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Michael Zischka, Verkehrsexperte des Kuratoriums für Verkehrssicherheit, hatte den längsten Part desAbends.
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Nach dem ersten Stadtgespräch, in dem es um die Großprojekte in der Region gegangen war, folgte nun Teil II mit drei Brucker Themen. Den Anfang machte Experte Helmut Lehner. Er informierte über die konkreten Pläne für die Sanierung der Gewässerläufe im Harrachpark.

Wie die NÖN berichtete, ist geplant, mit zwei Teststrecken Vorarbeit für das Gesamtprojekt zu leisten. „Nach der letzten Sanierung in den 1980er Jahren waren die Wasserläufe in kurzer Zeit wieder verschlammt. Jetzt soll es eine nachhaltige Lösung sein“, versprach Lehner, der das Vorhaben für die Gemeinde plant.

Das Stadttheater war auch beim zweiten Infoabend der Stadtgemeinde gut gefüllt. Die Besucher hatten reichlich Fragen und Anregungen – vor allem für die Verkehrsthematik – mitgebracht.
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Deshalb soll neben dem Ausbaggern des Schlammes auch ein trübegesteuertes Einlaufbauwerk eingebaut werden, um langfristig die Sedimentablagerungen aus der Leitha zu reduzieren. Zusätzlich soll ein Becken Sedimente auffangen. „Dafür werden wir den ehemaligen ‚Hafen’ nutzen, der noch aus dem 18. Jahrhundert erhalten ist“, so Lehner. Bei der Halbinsel beim Eingang auf der Sportplatz-Seite soll darüber hinaus der ehemalige Zustand mit einer zweiten Insel wieder hergestellt werden. Im Herbst sollen die Behördenverfahren dazu beginnen, danach folgen die Ausschreibungen. „Wir wollen die Testphase im Sommer 2020 absolvieren“, erklärte Lehner zum Zeitplan.

Wie viel vom Gesamtprojekt letztendlich finanzierbar sein wird, das hänge nicht zuletzt davon ab, ob der ausgebaggerte Schlamm etwa für eine Wallschüttung als Lärmschutz entlang der A4 verwendet werden kann, erklärte SP-Bürgermeister Gerhard Weil, denn: „Die Sediment-Entsorgung macht einen wesentlichen Kostenfaktor aus.“

Eine Konzepterstellung ist hier nur mit Einbindung der Anrainer möglich und sinnvoll.“ Michael Zischka (KfV) über die Verkehrsproblematik in den Gassen rund ums Gymnasium

Den deutlich ausführlichsten Teil des Abends hatte Michael Zischka vom Kuratorium für Verkehrssicherheit abzudecken. Er informierte die zahlreich anwesenden Brucker über die umfangreichen Vorarbeiten und Erhebungen, die in den vergangenen Jahren für die Erstellung des Verkehrskonzepts durchgeführt wurden. Wie bereits mehrfach berichtet, wurden unter anderem die Verkehrsströme in der Innenstadt als auch die Belastung der Durchzugsstraßen vom Kuratorium gemessen.

In die Innenstadt fahren etwa pro Tag 7.740 Fahrzeuge. Rund 25 Prozent davon fahren allerdings lediglich durch. Untersucht wurden dabei auch mögliche Änderungen der Verkehrsströme und deren Auswirkungen auf die Gesamtsituation, etwa die immer wieder geforderte Öffnung der Schulgasse für den Verkehr, oder auch das Umdrehen der Einbahn in der Hainburgerstraße. „Die Konklusio: Die Beibehaltung der Ist-Situation bringt die wenigsten Probleme“, ist Zischka überzeugt.

Ralf Wunderer erläuterte die Pläne für die Tennisplatz-Absiedelung.
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Beim ruhenden Verkehr kommt Zischka unterm Strich auf ein ähnliches Ergebnis. Die Auslastung der Parkplätze sei vor allem in den kleinen Gassen rund um den Hauptplatz am größten. Die Schaffung von mehr Parkplätzen hält er allerdings „nicht für erforderlich und auch nicht für sinnvoll“. Nicht zuletzt, weil dadurch das Verkehrsaufkommen steigen würde und man wertvolle Nebenflächen für Parkplätze opfern müsste.

Unter die Lupe genommen wurde auch das regelmäßige Verkehrschaos vor der Volksschule am Hauptplatz. Auch Zischka kam dort wie schon andere Sachverständige zu dem Schluss, dass die Probleme vor allem durch Eltern, die ihre Kinder bringen bzw. abholen, hervorgerufen werden. Als Lösungsansatz nannte er dazu die Idee „Das letzte Stück zu Fuß“, also mehrere Elternhaltestellen in 200 bis 300 Metern Entfernung von der Schule, sodass sich „auch die Belastung verteilt“, so Zischka.

Fachmann Helmut Lehner stellte die Pläne zur Gewässersanierung vor.
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Mehrere Überlegungen gebe es für das Problemgebiet in den engen Gassen rund um Gymnasium und HAK. Möglich wäre etwa das Einzeichnen von Parkplätzen mit Bodenmarkierungen oder auch ein Einbahnsystem. „Eine Konzepterstellung ist hier nur mit Einbindung der Anrainer möglich und sinnvoll“, betonte Zischka. Bestrebt sei man auch, im Bereich der Öffis Verbesserungen zu erreichen, etwa einen übersichtlichen Fahrplan für das Stadtgebiet und bessere Anbindungen etwa des Freizeitzentrums und des Ecoplus-Parks. „Das Problem ist, dass dies nicht von der Gemeinde alleine lösbar ist, sondern nur gemeinsam mit dem Verkehrsverbund“, betonte Zischka.

Den letzten Punkt des Abends hörten sich viele Besucher nicht mehr an. Dabei berichtete Planer Ralf Wunderer über die Pläne für einen neuen Tennisplatz im Freizeitzentrum hinter Bad und Eishalle. Vorgesehen ist eine gleichwertige Anlage mit vier Tennisplätzen und einer Kantine – nur eben moderner. Dafür sollen freilich auch Kanal, Wasser und Strom in den hinteren Bereich des Freizeitareals verlegt werden. Die Errichtung ist für 2020 geplant. Anstelle des bestehenden Tennisplatzes in der Mühlgasse sollen wie berichtet Wohnungen errichtet werden, wodurch auch die Kosten für den neuen Platz gedeckt werden sollen.

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