Viereinhalb Jahre Haft für Einbruchs-Tour

Erstellt am 18. Februar 2022 | 04:45
Lesezeit: 3 Min
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Am Landesgericht Korneuburg gab es für den 33-Jährigen noch zusätzliche Haftjahre.
Foto: NÖN
Slowake brach in Häuser in Bruck und Franzensdorf und stahl alles, was nicht niet- und nagelfest war – auch Autos aus der Garage.
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Seit September 2017 ist die kriminelle Karriere eines heute 33-jährigen Slowaken durch seine Inhaftierung in seiner Heimat beendet. Seitdem befindet er sich durchgehend in Haft. Trotzdem beschäftigen seine Taten auch heute noch das Landesgericht Korneuburg. Zum Beispiel Fahrraddiebstähle in Haslau an der Donau in der Nacht von 30. auf den 31. Juli 2017.

Aber auch Homejacking warf ihm Staatsanwältin Daniela Temsch vor. Bei dieser Form des Einbruchdiebstahls ist das eigentliche Ziel das dazugehörige Auto. So geschehen am 15. August 2017 in Bruck, wo es zum Diebstahl eines Toyotas gekommen war. Ein weiterer versuchter Diebstahl wurde durch eine Alarmanlage vereitelt. Am 18. August war es ein BMW in Wien und am 25. August ein Skoda in Franzensdorf.

Die Geständigkeit des Mannes war in diesem Prozess vor dem Schöffensenat am Landesgericht Korneuburg aber nicht das Problem; der 33-Jährige bekannte sich „vollkommen schuldig“. Er habe all das wegen seiner Crystal-Meth-Sucht gemacht – und allein. Wobei zum Teil in den Häusern alles gestohlen wurde, was nicht niet- und nagelfest war, von persönlichen Dokumenten über Bankomat- und Sozialversicherungskarten bis hin zur Sonnencreme oder „alles, was sie erwischen können“, wie es Temsch zusammenfasste.

Gericht zweifelt an Alleingang

Wie der Slowake von den Tatorten mit seiner Beute flüchten konnte, war durch die Diebstähle der Autos hinreichend erklärbar. Unklar war allerdings, wie der Mann zu den Tatorten kam. „Mit der Bahn“, so seine Antwort, die bei Bruck und Wien vielleicht noch halbwegs glaubwürdig gewesen wäre, aber spätestens an Franzensdorf scheitert man als Bahnreisender. Er blieb jedoch dabei, allein gehandelt zu haben. Sein Komplize – der bereits vom Landesgericht auch wegen des Einbruchdiebstahls in Franzensdorf verurteilt worden war – sei ausschließlich der Hehler in der Slowakei gewesen.

Ungewöhnlich aktiv und hartnäckig fragten die Schöffen nach. Das erleichterte Temsch, die sich für das Engagement der Schöffen bedankte, ihr Schlussplädoyer. Sie war von der Solo-Nummer nicht überzeugt: „Es ist naheliegend, dass die Objekte ausgekundschaftet wurden.“

Der Schöffensenat befand den Mann für schuldig und verurteilte ihn zu weiteren viereinhalb Jahren unbedingter Freiheitsstrafe. Knapp 39.000 an Schadensersatz gab’s oben drauf. Der 33-Jährige nahm das Urteil an.

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