VP-Chef Petznek hört auf. Alexander Petznek nimmt sein Gemeinderatsmandat nicht an. Ihm folgt der junge Sebastian Zanker nach.

Von Susanne Müller. Erstellt am 04. März 2020 (06:03)
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Alexander Petznek nimmt nach 15 Jahren im Gemeinderat nun sein Mandat nicht an.
Rittler

Bis zum letztmöglichen Moment hat es die ÖVP nach der Wahl spannend gemacht. Bis Freitag war nicht klar, wer von der Volkspartei die acht Mandate, die sie im Gemeinderat besetzen wird, annehmen wird.

Am Donnerstagabend fand sich dann aber der Parteivorstand zu einer Sitzung zusammen. Dort ließ auch der geschäftsführende VP-Obmann Alexander Petznek die Katze aus dem Sack: Der Spitzenkandidat der ÖVP wird sein Mandat im Gemeinderat nicht annehmen. „Ich habe kandidiert, um Mitgestaltung zu ermöglichen und Bruck mit neuen Ideen wieder nach vorne zu bringen.

Diese Möglichkeit haben wir als ÖVP leider nicht erhalten“, begründet Petznek seinen Schritt. Auch in den Gesprächen mit der SPÖ sei für ihn klar geworden, dass der ÖVP „kaum Gestaltungsraum“ eingeräumt werde.

Ich bin ein Mensch, der gestalten möchte und sehe somit mein zukünftiges Engagement dort, wo ich auch wirklich etwas weiterbringen kann.“ Alexander Petznek

Deshalb ziehe er nun die Konsequenzen. „Ich bin ein Mensch, der gestalten möchte und sehe somit mein zukünftiges Engagement dort, wo ich auch wirklich etwas weiterbringen kann“, erklärt Petznek. Will heißen, dass er sich nach 17 Jahren nun sukzessive aus der Politik zurückziehen und sich stattdessen mehr seiner Familie und seinem Unternehmen, der „Cloudcompany“, widmen wolle.

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Sebastian Zanker wird anstelle von Alexander Petznek in den Gemeinderat einziehen.
privat

Petznek war seit 2005 im Gemeinderat und seit 2010 im Stadtrat vertreten. Zuständig war er zuerst für Wirtschaft, Umwelt und Gesundheit, dann nur noch für Umwelt und Gesundheit. Was ihn im Rückblick am meisten freut? „Die vielen jungen Menschen, die durch mich zur Politik gefunden haben; auch bezirksweit durch die Belebung der JVP“, so Petznek.

Das erfordere viel Einsatz und auch Geduld. „Es dauert fünf bis zehn Jahre, bis sich das entwickelt, aber es bleibt dann auch viel übrig. Jetzt ist wirklich Substanz da“, so Petznek, der vorrechnet, dass auf diese Weise gut 150 bis 200 neue Mitglieder im Bezirk zur ÖVP gekommen seien.

Politisch sei er in Bruck vor allem mit den Umweltprojekten zufrieden, die er in seinem Ausschuss umsetzen konnte. „Zum Beispiel die Photovoltaik-Anlage am Bauhof oder aber auch die Belebung der Kirchengasse, die Ron Altmann und mir damals wirklich gelungen ist“, so Petznek. In Bruck habe die ÖVP viele neue Menschen ansprechen können. „Diese Aufbauarbeit soll in den kommenden Jahren weitergeführt werden“, vertraut Petznek auf den Partei-Vorstand. Er selbst wolle sich künftig als „einfacher Funktionär“ engagieren.

An Petzneks Stelle wird der junge Sebastian Zanker in den Gemeinderat nachrücken. „Das freut mich sehr“, meint Petznek, dass mit Zanker „endlich wieder eine Stimme der Landwirtschaft in den Gemeinderat einzieht. Er ist auch im Umweltbereich irrsinnig engagiert.“


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