Sportplatz: Grüne für neuen Platz für zwei Vereine. Anlage soll für ASK Bruck und SC Wilfleinsdorf nutzbar sein. ASK und Sportstadtrat halten wenig von dem Vorstoß.

Von Susanne Müller. Erstellt am 15. August 2018 (04:00)
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Der Sportplatz des ASK-BSC Bruck ist sanierungsbedürftig. Zufahrt und Parkplatz sind am derzeitigen Standort problematisch.
Havelka

Grundsätzlich war man sich im Gemeinderat einig: In Wilfleinsdorf soll ein neuer Sportplatz für den SC Wilfleinsdorf errichtet werden. „Ich habe schon im Ausschuss den Vorschlag eingebracht, eine gemeinsame Anlage für Bruck und Wilfleinsdorf zu errichten“, kommt nun ein diesbezüglicher Vorstoß für ein gemeinsames Sportzentrum von Grün-Gemeinderat Roman Kral.

Er habe zwischenzeitlich mit Vorstandsvertretern des ASK Bruck gesprochen. „Der Sportplatz ist in einem schlechteren Zustand als ich gedacht habe“, erzählt Kral, dass die Flutlichtanlage „steinalt“ und für die Anforderungen unzureichend sei. Darüber hinaus gibt es keinen Kanalanschluss, sondern eine Senkgrube. „Das ist ein unhaltbarer Zustand“, betont Kral, dass auch der ASK auf einen Sportplatz-Neubau gehofft habe. Mit dem Nein der Standort-Gemeinde Bruckneudorf zu einer Umwidmung ist dieser aber vorerst vom Tisch (die NÖN berichtete).

 "Es ist unverantwortlich, mit diesem Wissen einen Platz für die Wilfleinsdorfer zu bauen und dabei nicht an die Brucker zu denken.“ Roman Kral, Grüne

 Für Kral gibt es daher eine eindeutige Lösung: ein gemeinsamer Sportplatz in Wilfleinsdorf, der alle Stücke spielt – für die Brucker und die Wilfleinsdorfer. „Es ist unverantwortlich, mit diesem Wissen einen Platz für die Wilfleinsdorfer zu bauen und dabei nicht an die Brucker zu denken“, meint Kral, der darüber hinaus davon ausgeht, dass es wirtschaftlicher wäre, ein gemeinsames Sportzentrum zu bauen als zwei getrennte Anlagen.

Grün-Gemeinderat Roman Kral plädiert für ein gemeinsames Sportzentrum.privat
Müller,

Kral plädiert für zwei getrennte Ausschankbereiche, die im Bedarfsfall vereint werden können, weil die Kantine für jeden Verein eine wichtige Einnahmequelle sei. Sein Vorschlag sei überdies auch ideell sinnvoll, meint Kral, denn „Sport hat etwas Verbindendes“. Kombiniert mit Spielplatz und Generationenpark könnte das „eine wunderbare Aufwertung für Wilfleinsdorf und ein wirklich tolles Sportzentrum werden“, so Kral, der betont: „Der Großteil der Jugendlichen im SCW ist ja jetzt schon aus Bruck.“

Wenig Begeisterung für den Vorstoß zeigt allerdings SP-Sportstadtrat Roman Brunnthaler: „Es sprechen sehr viele Gründe dagegen“, wenngleich er eine solche Idee zu Anfang auch verfolgt habe. Eine derartige Anlage wäre aber eine ganz andere Dimension als die jetzt in Wilfleinsdorf geplante.

„Es bräuchte sechs Sportplätze, um beide Vereine zufriedenzustellen“, so Brunnthaler. Da beide in unterschiedlichen Ligen spielen, sei das umso schwieriger unter einen Hut zu bringen. Er sehe auch „keinen wirklichen finanziellen Vorteil darin“. Darüber hinaus sei Eigenständigkeit für die Vereine extrem wichtig, verweist Brunnthaler darauf, dass es in der Vergangenheit Differenzen zwischen den beiden Vorständen gegeben hat.

„Ich habe dabei kein gutes Gefühl, das birgt zu viel Konfliktpotenzial.“ Gespräche mit dem SC Wilfleinsdorf hätten auch gezeigt, dass das der Verein nicht will. Dort sei aber bereits dringender Handlungsbedarf gegeben. Und auch in Bruck ist man von der Idee nicht besonders angetan. „Das schaut auf den ersten Blick einfach aus, ich glaube aber, dass die Minus-Punkte überwiegen“, meint ASK-Obmann Johann Rödler, dass es vor allem den Wilfleinsdorfern gegenüber unfair wäre.

 "Es ist jetzt schon ein Wahnsinn, das zu koordinieren."

 Bruck brauche eine Anlage, die der Spielklasse angemessen sei, spricht Rödler von einem Stadion mit rund 2.000 Sitzplätzen. „Wenn dort Wilfleinsdorf vor 200 Leuten spielt, verliert sich das“, so Rödler. Die bestehenden Plätze seien permanent ausgelastet. Da noch die Wilfleinsdorfer zeitlich einzuplanen, sei unmöglich. „Es ist jetzt schon ein Wahnsinn, das zu koordinieren“, so Rödler, der aber betont: „Wir würden uns über ein neues Stadion natürlich freuen.“

Am jetzigen Areal bestehe tatsächlich einiger Sanierungsbedarf. Rödler schätzt, dass eine Sanierung ähnlich teuer kommen würde wie ein Neubau. Probleme mit Zufahrt und Parkplatznot seien am Standort aber nicht zu beheben. Rödler hofft, dass es letztendlich mit der Umwidmung durch Bruckneudorf doch noch etwas wird. Kauf-Interessenten für das Areal gäbe es jedenfalls.

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