Wirbel um Inserat für neuen CTPark

Erstellt am 09. Juni 2022 | 04:19
Lesezeit: 4 Min
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Die Baustelle schreitet zügig voran. Im Herbst soll das Projekt fertig sein.
Foto: Susanne Müller
Die Brucker ÖVP sieht Befürchtungen bestätigt, dass es sich um Logistikpark handelt. CTP betont, man halte sich an vereinbarte kleine Flächen.
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Während auf der Baustelle von „CTP Alpha“ im Westen der Stadt bereits zügig an den ersten Hallen gebaut wird, wird auch schon im Internet für die Vermietung der insgesamt 52.000 Quadratmeter geworben. Auf der Website des Immobilienentwicklers wird der „CTPark Vienna East“ auch nach wie vor als „ideal für Leichtindustrie und die Fertigung von Waren, aber auch für kleinere Unternehmen und Start-ups“ bezeichnet. Dort ist die Rede von Flächen von 2.500 bis 12.000 m².

Die ÖVP hat indes auf der Immobilien-Plattform Örag mehrere Einträge gefunden, bei dem das Areal in Bruck als „Logistikpark“ beworben wird. Bei einem davon ist von einer „verfügbaren Fläche“ von 20.000 m² die Rede. „Das ist genau das, wovor wir gewarnt haben“, betont ÖVP-Sprecher Ronald Altmann. Der Vertrag, den die Gemeinde mit dem Immobilien-Entwickler abgeschlossen hat, sei zudem zahnlos – ebenso, wie die Pönale, die darin festgeschrieben sei, wenn nicht binnen fünf Jahren 200 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Lebensqualität versus Steuereinnahmen

Altmann hat sich bereits mit Mandataren aus Baden und Gerasdorf kurzgeschlossen. Auch dort gibt es Pläne für CTP-Parks – und Widerstand dagegen. Dort gehe man von mehr als 3.000 zusätzlichen Kfz-Fahrten pro Tag aus. „Das passt mit dem, was unser Bürgermeister gesagt hat, überhaupt nicht zusammen. Bei uns ist es schon zu spät“, so Altmann. „Es scheint, dass man hier Lebensqualität zugunsten von Steuereinnahmen verkauft hat“, so Altmann. ÖVP-Obfrau Tina Heissenberger schlägt in dieselbe Kerbe: „Es hätte sich gehört, dass man auf unsere Bedenken eingeht und das Ganze noch einmal überdenkt.“

Von der NÖN darauf angesprochen, zeigt sich Bürgermeister Gerhard Weil (SPÖ) überrascht. „Mir ist davon nichts bekannt. Ich werde die CTP darauf hinweisen, dass das zu löschen ist“, betont Weil, dass derartige Flächenangaben dem Vertrag widersprechen würden. „Wir haben uns darauf geeinigt, dass es keine Logistikflächen werden. Das wird so nicht kommen“, ist Weil zuversichtlich.

Karl Brückner, Country Manager Austria, weist auf NÖN-Anfrage strikt von sich, dass derartige Flächen beworben werden. „Wir werben nicht mit so großen Einzelflächen. Eine Logistikfläche in dieser Größe würde ca. 100 Arbeitsplätze schaffen“, betont Brückner, dass es mit der Gemeinde eine bindende Vereinbarung gebe, eine deutlich höhere Anzahl an Jobs zu schaffen.

„Das schaffen wir nur, wenn wir mehrere kleine bis mittelgroße Flächen vermieten. Es ist daher in unserem Interesse, Mischbetriebe anzusiedeln“, so Brückner, der einräumt, dass es bereits Anfragen von Logistikern für große Flächen gebe. „Diese sagen wir aber aus oben genannten Gründen ab“, hält Brückner fest. Lediglich der Autobauer Toyota sei seit Beginn mit einer größeren Fläche fixiert.

„Wir haben im Moment Anfragen für größere Flächen von internationalen Firmen über ca. 5.000 bis 9.000m². Kleinere Firmen mieten aus unserer Erfahrung erst nach Fertigstellung der Hallen an.“ Viele Anfragen würden sich auf Lagerhaltung und Produktion beziehen. „Oft zum Thema Mobilität und damit meine ich nicht nur die Autoindustrie. Das umfasst auch Themen wie Stapler, Züge und Ähnliches“, erklärt Brückner.

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