Zwei neue Innenstadt-Lokale ab April. Patrick Dreiszker will Griechen übernehmen und Hilde Neuhold den Harrachkeller.

Von Susanne Müller. Erstellt am 23. Februar 2020 (05:49)
Hilde Neuhold mit ihrem Mann Helmut und Sohn Lucas beim Eingang zum Harrachkeller. Den Würstelstand am Ecoplus-Gelände will Neuhold möglicherweise vermieten, sofern sich ein geeigneter Interessent findet.
Müller

Nachdem es zuletzt einen Rückschlag nach dem anderen für die Gastro-Szene in der Brucker Innenstadt gegeben hatte, dürfte es nun wieder aufwärts gehen. Sowohl für den Harrachkeller als auch für den Stadtkeller im Harry Weiß Haus, den derzeit der Grieche führt, dürfte es eine neue Zukunft geben. Lange Zeit hat man damit gerechnet, dass der Harrachkeller von Patrick Dreiszker und Denise Tischler übernommen werden würde.

Nun kommt es anders. Auslöser war „Der Grieche“ Panagiotis Kasiris, der schon länger geplant hatte, das Lokal am Hauptplatz abzugeben. Er hat vor kurzem endgültig den Vertrag für das gemeindeeigene Lokal im Harry Weiß Haus gekündigt, wie von Stadtchef Gerhard Weil auf NÖN-Anfrage bestätigt wird.

Das habe für Dreiszker und Tischler den Ausschlag gegeben, ihr Interesse am Harrachkeller zurückzuziehen und sich stattdessen für den Stadtkeller zu bewerben. „Das Lokal ist nicht so groß und überschaubarer. Und die Lage am Hauptplatz ist sehr gut“, erklärt Dreiszker die Beweggründe. Bis Mitte März laufe noch der derzeitige Vertrag mit Kasiris.

Außerdem müsse noch der Beschluss von der Gemeinde abgewartet werden. Geht alles gut, wollen die beiden noch einige Adaptierungsarbeiten vornehmen. „Wir hoffen, dass wir Anfang April aufsperren können“, so Dreiszker. Geplant sei jedenfalls auch dort, den Gästen traditionelle Hausmannskost zu bieten. „Und wir wollen im Sommer im Gastgarten auch Eis anbieten. Das Eis bekommen wir von San Marco aus Neusiedl“, so Dreiszker, der auch einen Lieferservice plant. Und die Montagslücke in Bruck schließen will. Denn am Montag hatten bisher beinahe alle Lokale in der Stadt ihren Ruhetag – das soll in Zukunft anders werden.

"Wir sind an einer Weiterführung des Harrachkellers interessiert.“ Beppo Harrach, Eigentümer des Harrachkellers

Etwas überrascht von der Planänderung zeigte sich Harrachkeller-Eigentümer Beppo Harrach. Doch auch er hat für sein historisches Lokal bereits eine Alternative gefunden. Hilde Neuhold, die derzeit den Würstelstand „Zur wilden Hilde“ am Ecoplus-Gelände betreibt, will den Harrachkeller übernehmen. „Ich hatte schon lange den Gedanken, ein Lokal zu eröffnen. Die Idee mit dem Harrachkeller hat sich spontan ergeben, nachdem ich gehört habe, dass Patrick Dreiszker abgesagt hat“, erzählt Neuhold im Gespräch mit der NÖN.

Die letzten Details müssen zwar noch fixiert werden. Das soll bei einem Gespräch am Dienstag nach Redaktionsschluss passieren. Doch sowohl Neuhold als auch Eigentümer Beppo Harrach klingen zuversichtlich. „Wir sind uns mit Hilde Neuhold mündlich einig. Sie hat eine Konzession und will den Schritt schon länger machen“, betont Harrach, dass er an einer Weiterführung des Lokals interessiert sei.

Und auch Neuhold ist „guter Dinge“. Sie will das Lokal gemeinsam mit ihrem Mann führen und hat auch schon ein fünfköpfiges Team zusammengestellt. „Zu 99 Prozent haben wir unser Team schon. Derzeit sind es zwei Köche und drei Kellner. Einer davon hat schon vorher im Harrachkeller gearbeitet“, erzählt Neuhold. Auch sie will mit dem Betrieb Anfang April starten. Zuvor seien noch einige Arbeiten zu erledigen.

„Die Toiletten werden neu gemacht“, so Neuhold. Auch im Inneren des Lokals soll einiges aufpoliert werden. Doch der Charakter des Harrachkellers soll unverändert bleiben. „Das Ambiente soll urig bleiben, mit den Rüstungen und allem, was dazu gehört. Auch die typischen Speisen des Harrachkellers soll es weiter geben“, so Neuhold.