Buchvorstellung: Die Schicksalsjahre einer Kaiser-Büste. Franz Schmitzhofer und Christian Zenger nahmen das Denkmal im Kaiserpark unter die Lupe und machten ein Buch dazu.

Von Otto Havelka. Erstellt am 24. Juni 2020 (05:23)
Christian Zenger und Franz Schmitzhofer präsentieren ein Buch über die Geschichte der Kaiser-Büste.
Havelka

„Wir gehen täglich an unserem Bruckneudorfer Wahrzeichen vorbei und der ‚Franzl‘ blickt wie selbstverständlich auf uns herunter“, schmunzeln Altbürgermeister Franz Schmitzhofer und SP-Gemeinderat Christian Zenger. Dabei ist die Büste von Kaiser Franz-Joseph I. im Kaiserpark in mehrfacher Hinsicht eine Rarität. Das Denkmal stellt den Kaiser als König von Ungarn dar und ist damit das letzte seiner Art im öffentlichen Raum.

„Die Büste hat die Monarchie überdauert, die Wirren des Ständestaates, der NS-Diktatur und auch die Besatzungszeit überstanden und birgt so manch kleines Geheimnis“ erklären Franz Schmitzhofer und Christian Zenger.

Die beiden machten sich daher daran, die Geschichte der Büste genauer unter die Lupe zu nehmen und veröffentlichen ihre Erkenntnisse nun in einem kleinen Buch. „Es gibt durchaus spannende Einblicke. Beispielsweise wurde die Büste in der gleichen Pariser Werkstätte gegossen, in der auch Auguste Rodin seine Arbeiten fertigen ließ“, erklärt Christian Zenger. Ein besonderes Glanzstück ist die Neuauflage einer Broschüre, die im September 1900 in der damaligen Amtssprache Ungarisch aufgelegt wurde, und die nun erstmalig auf Deutsch erscheint und in das Buch eingearbeitet wurde. „Nun ist ein Stück Bruckneudorfer Geschichte wieder in der alten Heimat“, freut sich Schmitzhofer. Präsentiert wird das Buch am 26. Juni um 18.30 Uhr unter den Augen des Kaisers, im gleichnamigen Park.