Die Vogelwelt erwacht. Im Naturschutzgebiet in Bruckneudorf sind die ersten Zugvögel gelandet – und wurden vom Frost überrascht.

Von Otto Havelka. Erstellt am 17. Februar 2021 (03:33)
Graugänse sind erstmals zu Gast im Naturschutzgebiet Batthyanyfeld.
Bernhard Schütz

SP-Umweltgemeinderat und Naturschutzorgan des Landes, Bernhard Schütz, konnte seine Freude nicht verhehlen: Bei seinen obligaten Rundgängen im Batthyanyfeld sichtete er erstmals Graugänse, die in dem Naturschutzgebiet Station machen. „Nachdem es schon sehr warm war, sind bereits die ersten Zugvögel da“, berichtet er.

Die gefiederten Gäste wurden nun vom Frost überrascht. Für die Vögel ist das vorerst nicht tragisch. Zwar sind die Teiche im Naturschutzgebiet zugefroren, aber die Schwäne und Enten weichen dann in die Leitha aus. „Nur eine wochenlange Frostperiode wäre ein Problem“, erklärt Schütz.

Der frühe Zuzug der Vögel hat aber auch noch einen anderen Grund: Im Herbst wurde das seit Jahren wuchernde Schilf gemäht, wodurch wieder größere Wasserflächen frei wurden. Dadurch ist das Batthyanyfeld „für die Vögel wieder attraktiver geworden“, weiß Schütz. „Sie brauchen das Wasser.“

Das Batthyanyfeld ist ein rund 30 Hektar großes Areal zwischen Leitha und Leithakanal, umfasst die vier Absetzbecken der ehemaligen Zuckerfabrik und gilt bei Ornithologen als „besonders sehenswert“. An die 120 Vogelarten wurden hier erfasst. Hier  gibt es beispielsweise Silber- und Purpurreiher, Sperber und Rohrweihen, seltene Entenarten, Schwäne und Kranichvögel.

Schilfmähen ist Pflege des Naturschutzgebietes

Nach der Schließung der Zuckerfabrik 1986 wuchsen die Becken mit Schilf und Stauden zu. Knapp zehn Jahre später gründete sich 1995 unter dem damaligen SP-Bürgermeister Franz Schmitzhofer der „Verein zur Pflege des Naturschutzgebietes Batthyanyfeld Leithaauen“. Drei Jahre später wurde das Gebiet per Verordnung der Landesregierung zum Naturschutzgebiet erklärt. Um die freien Wasserflächen zu erhalten, muss aber das Schilf regelmäßig gemäht werden.

Der jüngste Frost hat außerdem auch etwas Gutes: Die ersten Gelsenlarven sind dabei erfroren.