Milizsoldaten üben für ihren Einsatz. Reportage 230 Milizsoldaten werden am Truppenübungsplatz Bruckneudorf für den polizeidienstlichen Einsatz geschult. - Ein Lokalaugenschein der NÖN.

Von Otto Havelka. Erstellt am 13. Mai 2020 (05:45)

Eine rote Fahne am Wegrand signalisiert: Ab hier ist Gehörschutz zu tragen. Am Truppenübungsplatz (TÜPl) übten am vergangenen Wochenende 230 Milizsoldaten mit scharfer Munition den Umgang mit Pistolen. Die Schießübung ist freilich nur ein Teil einer insgesamt dreiwöchigen Ausbildung der Einberufenen, die in den nächsten drei Monaten zur Unterstützung der Polizei Botschaften und Landesgrenzen bewachen sollen.

Zwei Miliz-Kompanien kommen täglich aus Wien angereist, um sich hier auf ihren polizeidienstlichen Assistenzeinsatz vorzubereiten. Konkret werden sie die Polizisten an Grenzübergängen und bei der Bewachung von Botschaften entlasten. Neben obligaten Schulungen wie Selbstverteidigung, Gebrauch von Schusswaffen oder auch Erster Hilfe müssen nun auch „polizeidienstliche Rechtsgrundlagen“ gepaukt werden, erklärt der für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Major der Garde, Markus Matzhold. Warum Schießtraining für den Hilfseinsatz in der Coronakrise notwendig ist, erklärt TÜPl-Kommandant Markus Ziegler so: „Die Soldaten müssen für den Ernstfall gerüstet sein. Ziel ist aber, so wenig wie möglich von Waffen Gebrauch zu machen.“

Geschult wird übrigens auch das Atmen mit FFP1-Masken. Speziell in den Sommermonaten ist das stundenlange Tragen von Schutzwesten und -masken kein Vergnügen. Nach drei Monaten Einsatz ist definitiv Schluss. Dann kommen die nächsten Milizsoldaten dran.