Spektakuläres Bauprojekt: Skybar auf Getreidesilo. Auf dem ehemaligen „erbse“-Areal entsteht ein neuer Ortsteil für rund 500 Bewohner und das höchste Hochhaus der Region.

Von Otto Havelka. Erstellt am 12. Juni 2020 (05:42)

Als der Vorstandsobmann der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG) Alfred Kollar vor drei Jahren den Kauf des 4,2 Hektar großen Firmengeländes der Reindl Agrarhandel GmbH inklusive der denkmalgeschützten k.u.k. Erbsenschälfabrik („erbse“) bekannt gab, schloss er seine Rede mit einem Schmunzeln: „Und oben auf den Silos wünsch‘ ich mir eine Skybar.“

So sehen die Silos auf dem „erbse“-Gelände derzeit aus.Statt sie abzureißen, sollen sie zu Wohnhäusern umfunktioniert werden.
Pumar - Pesendorfer und Machalek Architekten/OSG

Kollars Wunsch schickt sich an, Realität zu werden. Vor Kurzem legte das prominente Architektenbüro Pumar erste Pläne vor, wie aus den 43 Meter hohen Getreidesilos unter dem Titel „SiLOFTS“ ein Wohnhaus mit rund 70 Wohnungen entstehen könnte – und ganz oben drauf natürlich eine „Skybar“.

Das Architektenbüro zeichnet unter anderem für die Adaptierung des „Haus des Meeres“ in Wien und das Wohn- und Geschäftsgebäude „Living Garden“ in der Seestadt Aspern verantwortlich.

Die ersten Kostenschätzungen für den technisch aufwendigen Umbau „schrecken mich nicht“, sagt Kollar. „Wir machen das.“ Baubeginn für das höchste Hochhaus in der Region ist für Mitte 2021 geplant. Das spektakuläre Projekt ist aber nur Teil eines umfassenden Planes für die Verwertung des „erbse“-Areals.

In der Gärtnergasse entstehen derzeit 30 Reihenhäuser. Der erste Bauabschnitt steht vor der Fertigstellung. Rund um das Silo-Hochhaus sind weitere sechs Wohnhäuser mit insgesamt 120 Wohnungen geplant. In der ehemaligen Erbsenschälfabrik wird eine Volksschule eingerichtet, und auch ein Kulturzentrum ist vorgesehen - die BVZ berichtete:

Der Start des ersten Schuljahres wurde mittlerweile auf 2021/22 verschoben. In Summe bedeutet das rund 500 zusätzliche Bewohner in der Gemeinde. „Wir errichten de facto einen neuen Ortsteil“, erklärt Kollar. Ziel sei daher auch, neben neuen Wohnungen auch Gewerbebetriebe anzusiedeln, um dem Ortsteil Leben einzuhauchen. Rund 50 Millionen Euro sollen investiert werden.