SPÖ befürchtet "Aus" für ÖBB-Service-Center . Die SPÖ Burgenland befürchtet die Schließung des Anlagen-Service-Centers (ASC) der ÖBB in Bruckneudorf. Entsprechende Pläne der Bahn stießen auf "großes Unverständnis", stellten am Donnerstag Verkehrslandesrat Heinrich Dorner und SPÖ-Klubobmann Robert Hergovich in einer Aussendung fest. Der Bahnhof Bruckneudorf würde dadurch zu einer "Außenstelle" der ÖBB.

Von APA, Redaktion. Update am 25. Juni 2020 (16:35)
SPÖ-Allianz. Landtagsabgeordneter Kilian Brandstätter, Klubchef Robert Hergovich, Landesrat Heinrich Dorner, Nationalratsabgeordnetet Maximilian Köllner (v.l.)
 
SPÖ

Beide Politiker sprachen sich gegen eine Umstrukturierung der Streckenanlagenentwicklung "zu Lasten des Burgenlandes" aus. Das Burgenland wäre damit das einzige Bundesland, das über keinen ASC-Standort verfüge, argumentierte Dorner. Einer Schließung würde man nicht tatenlos gegenüberstehen, betonte Hergovich: "Wir werden mit allen demokratischen Mitteln gegen dieses Vorhaben kämpfen."

100 Arbeitsplätze in Gefahr

Der Bahnhof Bruckneudorf habe für den Bezirk Neusiedl "eine enorme Bedeutung", erläuterten die beiden SPÖ-Bezirksparteivorsitzenden Kilian Brandstätter und Maximilian Köllner. Mittelfristig wären durch die geplanten Einschnitte "bis zu 100 Arbeitsplätze in Gefahr".

Köllner kündigte eine parlamentarische Anfrage an Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) an. Im Landtag will die SPÖ einen Entschließungsantrag einbringen, in dem man sich "entschieden gegen die Schließungspläne des Bundes wenden" werde, so Hergovich und Brandstätter.

Bahn dementiert Schließungspläne

Die ÖBB haben am Donnerstag Schließungspläne für ihr Anlagen-Service-Center (ASC) in Bruckneudorf im Burgenland dementiert. Dass der ASC-Standort geschlossen werde, stimme nicht: "Das einzige, was passiert, ist, dass die Standorte Bruckneudorf und Wien Zentralverschiebebahnhof - beide Standorte sind an der Ostbahn - organisatorisch zusammengelegt werden", so ÖBB-Sprecher Christoph Seif.

"Beide Standorte haben nur mehr einen und nicht mehr zwei Leiter. Es gibt aber sonst keine Auswirkungen", betonte Seif: "Die Mitarbeiter, die bis jetzt in Bruckneudorf gearbeitet haben, werden auch künftig in Bruckneudorf arbeiten. Und die, die in Wien Zentralverschiebebahnhof tätig waren, werden auch zukünftig in Wien Zentralverschiebebahnhof tätig sein."

Das einzige, was sich ändere, sei eben, dass beide Standorte künftig von einer Person geleitet würden. Die Standorte würden weiterhin genauso existieren wie sie bisher bestanden haben.

Das ASC werde auch einen Doppelnamen haben, zum Beispiel Bruckneudorf/Wien Zentralverschiebebahnhof. Mitarbeiter in Bruckneudorf seien dann in einem sogenannten Stützpunkt des ASC. Das passiere gerade auch in Niederösterreich mit Sigmundsherberg und Tulln, so der ÖBB-Sprecher. Diese Stützpunktlösung gebe es öfters in Österreich - beispielsweise in Landeck und Bludenz, über Bundesländergrenzen hinweg.