Casino: Unsaubere Vergabe?. Grüne vermuten Einflussnahme zugunsten des Brucker Projekts und verlangen Transparenz. Auch Casinos Austria erzürnt.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 23. Juli 2014 (10:36)
NOEN, Gerald Burggraf
Grünen-Gemeinderat Roman Kral und seine Parteikollegin und Klubsprecherin im NÖ Landtag, Helga Krismer, »zeichneten« die Vergabe der Casino-Lizenz an Novomatic für deren Projekt in Bruck als »Schildbürgerstreich« des Monats aus. Foto: Gerald Burggraf
Für die Grünen ist die Casino-Lizenzvergabe an Novomatic und damit auch an den Standort Bruck der „Schildbürgerstreich des Monats“. Bei einem Pressegespräch am Montag untermauerten NÖ-Klubobfrau Helga Krismer und Gemeinderat Roman Kral ihre Kritik.

„Der Tower ist nicht mehr als ein Klotz“

Der Brucker Grüne unterstrich erneut, dass das Gebäude nicht in die Region passe – „der Tower ist nicht mehr als ein Klotz“ – und dass die Stadt sich nicht vom Geld desGlückspielriesen aus Gumpoldskirchen blenden lassen dürfe.

Krismer hingegen untermauerte ihrerseits, dass bei der Vergabe viele Fragen offen geblieben wären. So sei ihren Informationen zufolge Casinos Austria stets favorisiert worden, und erst als die Landeshauptleute Erwin Pröll (NÖ) und Michael Häupl (Wien) ihre Wünsche äußerten, habe sich das Blatt gewendet.

Krismer spricht von fragwürdigem Stil

Die Stellungnahme der Landeschefs sei auch ein fragwürdiger Stil, meinte Krismer. Die Grünen fordern völlige Transparenz über die Vergabe und die Kriterien, die zur Entscheidung geführt hätten.

Auch Casinos-Austria-Chef Karl Stoss vermutet politische Interventionen hinter der Vergabe. Sein Unternehmen ging bei allen drei Lizenzen – zwei in Wien und eben jener in NÖ – leer aus.

Im Gegensatz dazu wird das Casino-Projekt von Politik, Wirtschaft und Tourismus des Bezirks positiv und als „Chance für die Zukunft“ gesehen.