Bezirk Bruck: Nur 5 von 1.366 Tests waren positiv. Die Teilnahme des Personals aus den Schulen und Kindergärten war mit über 85 Prozent auffallend hoch.

Von Brigitte Wimmer und Susanne Müller. Erstellt am 10. Dezember 2020 (05:55)
Vor allem am Samstag war der Andrang auf die Teststraßen im Stadttheater groß. Alle warteten jedoch geduldig und mit Abstand.
Müller

Rund 1.600 LehrerInnen und Kindergarten-PädagogInnen aus dem Bezirk waren am Wochenende aufgerufen, sich auf das Coronavirus testen zu lassen. Insgesamt 1.366 Personen nahmen das Angebot an den beiden Teststandorten in Bruck und Schwechat wahr. Nur bei fünf von ihnen fiel der Antigentest positiv aus. Sie müssen nun zusätzlich einen PCR-Test durchführen lassen.

Anders als bei den Massentests am kommenden Wochenende wurde die gesamte Logistik und Abwicklung bei den Lehrertests vom Bundesheer gestemmt. Es stellte die Testkits, das Personal und auch die Ärzte dafür. Das eingesetzte Personal musste vorab einen negativen PCR-Test absolviert haben. Für den gesamten Bezirk Bruck übernahm diese Aufgabe die Auslandseinsatzbasis der Kaserne Götzendorf.

Ein Lokalaugenschein der NÖN an beiden Standorten zeigte, dass die Abwicklung reibungslos funktionierte. Im Brucker Stadttheater waren zwei Teststraßen aufgebaut. Über ein Einbahnsystem gelangte man von der Registrierung und Datenüberprüfung direkt zum Test. „Der Test dauert circa eine Minute“, erklärte der stellvertretende Kommandant der Kaserne Götzendorf, Karl Wolf, im NÖN-Gespräch den Ablauf. Fiel der Test positiv aus, wurden die Gestesten sofort telefonisch verständigt und über die Hotline 1450 ein PCR-Test veranlasst. „Die Gesundheitsbehörde entscheidet dann über Quarantäne und weitere Maßnahmen“, so Wolf, der betonte: „Die Disziplin der PädagogInnen ist überragend.“

Lob für professionelle Arbeit des Heeres

Auch umgekehrt war die Resonanz positiv. Das Bundesheer bekam auch von den Getesteten Lob für die professionelle Abwicklung.

Die zwei Teststraßen in der Schwechater Felmayer-Scheune waren vor allem am Samstag zwischen 7 und 13.30 Uhr stark frequentiert. Am Sonntag war nicht mehr ganz so viel los. Manche dürften die Freiwilligkeit doch eher als Verpflichtung empfunden haben – so wie für den Schulwart der Volksschule Rannersdorf, Franz Muhr. „Ich habe den Termin zur Testung von unserem Direktorat geschickt bekommen und empfand die Aufforderung schon eher als eine Verpflichtung.“

Der Nasenabstrich, der bei den Tests zur Anwendung kam, sei laut Militärarzt Rudolf Ramin Pecnik eine besonders verlässliche Methode. „Die Trefferquote liegt bei 92 Prozent. Leider löst das Kitzeln durch die Rotationsdrehungen am Gaumen bei vielen Menschen einen Fluchtreflex aus. Darum ist die Testung etwas unangenehm“, erklärt er. Allerdings könne nur so das Sekret korrekt entnommen werden.

Personalvertreter Peter Zemann (Fraktion Christlicher Gewerkschafter, FCG), der die gut 800 Pflichtschullehrer im Bezirk vertritt, sah die Tests durchaus positiv. „Natürlich ist es nur eine Momentaufnahme“, so Zemann. Aus seiner Sicht sei wichtig, dass die Tests gratis und freiwillig erfolgten. „Ich schätze auch, dass jetzt endlich kostenlos Masken zur Verfügung gestellt werden“, so Zemann.