Demonstranten spazierten durch Bruck. Geschätzte 70 Personen versammelten sich im Schulpark und beteiligten sich am "Spaziergang" gegen die Corona-Maßnahmen.

Von Susanne Müller. Erstellt am 23. Januar 2021 (18:27)

„Keiner von uns leugnet, dass es das Virus gibt, für manche kann es sogar wirklich gefährlich werden“, räumte Claudia Hess, die Organisatorin des „Friedens-Spaziergangs“ gegen die Corona-Maßnamen der Regierung eingangs ein. Die Demo war eine von mehreren, die dieser Tage in verschiedenen Städten in Niederösterreich stattfinden. Aufgerufen wurde dazu in den Sozialen Medien.

„Dass für wenige, die gefährdet sind, die ganze Nation, die ganze Welt lahmgelegt wird“, darin sehe sie „keine Verhältnismäßigkeit“, so Hess. Sie selbst habe drei Kinder und zwei Enkelkinder und sei seit 19 Jahren selbstständig als Masseurin tätig. „Wir alle sind betroffen, auch diejenigen, die die Maßnahmen für richtig halten“, betonte Hess. Sie wies die Teilnehmer auf einige Regeln der Veranstaltung hin. Man solle sich friedlich verhalten, auch dann freundlich reagieren, wenn Passanten weniger freundlich seien. „Ich will, dass das ein lieber, netter, friedlicher Spaziergang wird“, so Hess. Friedlich war es dann letztendlich auch. Die Gruppe marschierte eine Runde über die Hainburgerstraße, den Raiffeisengürtel und die Kirchengasse wieder zum Hauptplatz zurück. Es wurden Flyer verteilt und Fahnen geschwenkt. Über Lautsprecher erklang „Österreich zeig dein Gesicht, wach endlich auf und kämpf für dein Recht“. Einige der Anwesenden hatten offensichtlich schon an mehreren derartigen Veranstaltungen teilgenommen.

Die Polizei war mit 16 Einsatzkräften vor Ort und begleitete den „Spaziergang“ ebenso wie zwei Vertreter der Bezirkshauptmannschaft. Trotz der wiederholten Aufforderung der Polizei an die Demonstranten, Maske zu tragen und Abstand zu halten, gab es einige, die sich an diese Vorgaben nicht hielten. Für jene, die angezeigt wurde, wurde von den Veranstaltern am Ende der Rat ausgegeben, die Strafen nicht zu bezahlen, sondern Einspruch zu erheben.

VP-Sicherheitsstadtrat Ronald Altmann machte sich vor Ort kurz ein Bild von der Veranstaltung und zeigte sich erfreut über die starke Polizeipräsenz. „Ich halte es für gut, dass die Polizei hier Präsenz zeigt“, so Altmann.