Brucker Stadttheater kann Teststraße bleiben. Standort stand wegen Ende der Bundesheer-Hilfe auf der Kippe – geöffnet bleibt nun bis zumindest Ende April.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 10. März 2021 (04:34)
Die Gemeinde wollte die Corona-Teststraße im Stadttheater unbedingt als Zweitstandort neben dem Rathaus erhalten.
Burggraf, Burggraf

„Wir wollten die Teststraße unbedingt aufrecht erhalten. Aber es war nicht einfach“, erinnert sich Bürgermeister Gerhard Weil (SPÖ) im Gespräch mit der NÖN. Denn eigentlich war der Corona-Teststandort an den Assistenzeinsatz des Bundesheeres geknüpft und damit gleichzeitig bis Ende Februar befristet. Die Soldaten aus der Kaserne Zwölfaxing übernahmen die administrativen Tätigkeiten wie die Auswertung.

„Ich habe mich um eine Verlängerung bemüht, das wurde aber im Verteidigungsministerium abgelehnt“, erzählt der Stadtchef. Enttäuschter Nachsatz: „Scheinbar gibt es dort wichtigere Themen als die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung.“ Er habe die Entscheidung jedenfalls „widerwillig zur Kenntnis genommen“, um sich sofort auf die Suche nach einer Alternative zu machen.

Jobsuchende helfen bei Administration

Diese ergab sich schließlich in einem Gespräch mit Brucks AMS-Leiter Herbert Leidenfrost und dank des Förderprojekts „Jobchance“. So fanden sich über ein Auswahlverfahren nach Qualifikationen im Verwaltungsbereich sechs Freiwillige. „Wir haben vor allem Personen über 50 Jahre, die länger als drei Monate arbeitslos sind, und Widereinsteigerinnen gefragt“, erklärt Leidenfrost. Das Projekt „Jobchance“ zielt generell auf die Kooperation mit Gemeinden ab, im Normalfall geht es jedoch eher in Richtung Saisonarbeitskräfte. Das AMS schuf nun aber die Möglichkeit, ein Kontingent von fünf Personen in Teststraßen einzusetzen. „In unserem Fall wurde eine sechste Person genehmigt“, freut sich der AMS-Leiter.

Angestellt sind die Teilnehmenden, übrigens fünf Frauen und ein Mann, über die Personalleasingfirma „MAG – Mensch und Arbeit“. Normalerweise müssen die Gemeinden einen kleinen Selbstbehalt beisteuern, im Fall der Teststraßen-Förderung übernimmt diese Summe das Land Niederösterreich. „Den Gemeinden entstehen keine Kosten“, unterstreicht Leidenfrost.

Bürgermeister Gerhard Weil ist ob der gefundenen Lösung zufrieden: „Der Dank gilt Herbert Leidenfrost und den Helfern für ihren sozialen Einsatz.“ Denn dadurch könne in Bruck von Montag bis Samstag getestet werden. Mit dem Standort im Stadttheater ist, zusätzlich zu jenem im Rathaus, einmal bis Ende April geplant – „vermutlich auch noch im Mai“, verrät Weil.

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