Bruck: Strenge Regeln für Bauprojekte im Stadtkern. Der neue Bebauungsplan soll die historische Bausubstanz und das Stadtbild innerhalb des historischen Stadtkerns schützen.

Von Susanne Müller. Erstellt am 01. Juli 2020 (05:57)
Der neue Bebauungsplan sieht ein umfassendes Regelwerk für Bauvorhaben im Stadtkern vor. Vorab muss die Zustimmung des Gestaltungsbeirats und zum Teil auch des Bundesdenkmalamts eingeholt werden.
Müller

Den ersten Schritt in Richtung Erhaltung der historischen Bausubstanz in der Innenstadt setzte der Brucker Gemeinderat bereits vor drei Jahren. Damals wurde eine Bausperre erlassen, bis ein neuer Bebauungsplan und eine endgültige Schutzzonen-Verordnung vorliegen. Das ist nun der Fall.

Was bisher im Bebauungsplan als „Altortsgebiet“ ausgewiesen war, wurde nun per einstimmigem Gemeinderatsbeschluss zur „Schutzzone“. Im historischen Stadtkern sollen demnach alle Bauvorhaben auf ihre Verträglichkeit mit dem Stadtbild geprüft werden. Darüber hinaus ist das erklärte Ziel auch, historische Bausubstanz zu erhalten.

Bei allen Neu- Zu- und Umbauvorhaben gilt demnach künftig nicht mehr nur die Bauordnung, sondern es ist auch das Erreichen des Schutzziels nachzuweisen. Das gilt bis hin zu Baudetails und Stilelementen. Den Bauwerbern kann also eine bestimmte Bauform ebenso vorgeschrieben werden, wie das Anwenden einer bestimmten Technologie, die Verwendung von Materialien oder die Farbgebung der Fassade. Wenn die Gebäude öffentlich einsehbar sind, gilt es dort auch mit Details wie Sonnenschutz, Gartenzäunen oder Dachfenstern vorsichtig zu sein. Sie müssen sich in das Gesamtbild einfügen. Und für Satelliten-Anlagen oder andere Sendemasten gilt grundsätzlich: Sie dürfen von außen nicht sichtbar sein. Entscheidungen über einzelne Maßnahmen trifft im Zweifelsfall ein Gestaltungsbeirat, der vom Gemeinderat bestellt wird.

Die betroffenen Anrainer des Stadtkerns wurden über die Maßnahmen vorab informiert. Einspruch gab es lediglich einen, dem nach einer Überprüfung durch den Gestaltungsbeirat auch stattgegeben wurde.

SP-Bürgermeister Gerhard Weil sieht die Schutzzone vor allem als „positive Einrichtung für die Hauseigentümer“. Sie könnten sich über ihr Projekt mit versierten Architekten austauschen. „Das ist ein kostenloses Projektmanagement für die Eigentümer“, so Weil, der außerdem den Vorteil sieht, dass dadurch die Bauvorhaben zügiger abgewickelt werden können, weil „gleich von Anfang an alle in einem Boot sind“.