Pharmakonzern investiert in Bruck 1,5 Milliarden Euro

Erstellt am 30. März 2022 | 05:58
Lesezeit: 3 Min
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Der neue Standort von Boehringer Ingelheim soll auf der Fläche gegenüber der Firmen Palmetzhofer und Lagerhaus entstehen.
Foto: Stadt Bruck
Boehringer Ingelheim errichtet ein neues Werk am Ecoplus-Gelände in Bruck. Man rechnet mit 800 Arbeitsplätzen.
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Es ist die größte Betriebsansiedelung, die die Stadt je gesehen hat. Rund 1,5 Milliarden Euro will der deutsche Boehringer Ingelheim Pharmakonzern in eine neue biopharmazeutische Anlage in Bruck investieren. Gut 800 neue Arbeitsplätze sollen damit geschaffen werden. Das Unternehmen soll am Ecoplus-Gelände im Osten der Stadt bereits ein rund 20 Hektar großes Grundstück erworben haben.

Boehringer Ingelheim zählt zu den 20 führenden Pharmaunternehmen weltweit. Mit Hauptsitz in Ingelheim, Deutschland, hat der Konzern weltweit mehr als 50.000 Mitarbeiter und wuchs allein in den letzten zehn Jahren um 10.000 Mitarbeiter an. Der Pharmakonzern investiert jährlich rund 3,7 Milliarden Euro in die Forschung. Er erzeugt Medikamente unter anderem für die Therapie von Krebs und Immunschwäche, aber auch in Medikamente für Tiere.

Erst im Oktober eröffnete Boehringer Ingelheim in Wien-Meidling nach vier Jahren Bauzeit eine neue Biotech-Anlage, in die mehr als 700 Millionen Euro investiert wurden und mit der rund 500 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen wurden.

Gegen Standorte in Amerika, Deutschland und Spanien durchgesetzt

Nun stand Bruck im Wettbewerb mit mehreren anderen Standorten in Europa und den USA für eine weitere Niederlassung des Konzerns. Niederösterreich habe sich „um diese Produktionsstätte in einem aufwendigen Verfahren beworben und gegen Standorte in Amerika, Deutschland und Spanien durchgesetzt“, betonte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) nachdem Bruck den Zuschlag erhalten hatte. Es handle sich „um das größte Ansiedlungsprojekt in der Geschichte unseres Bundeslandes“.

Bürgermeister Gerhard Weil (SPÖ) ist hocherfreut: „Mit der Ansiedlung von Boehringer-Ingelheim ist uns ein Meilenstein in Richtung Positionierung als innovativer Wirtschaftsstandort in der Ostregion gelungen.“

Nicht zuletzt die Bemühungen der Stadt im Bereich der erneuerbaren Energie hätten dazu beigetragen, dass Bruck den Zuschlag erhalten habe. Aber auch die strategisch gute Lage der Stadt zwischen Wien und Bratislava und in der Nähe des Flughafens seien Faktoren gewesen. „Es hat wohl die Summe aus allem ausgemacht“, erzählt Weil, dass Konzern-Vertreter unter anderem bereits Besuche beim Energiepark und bei dessen Anlagen sowie beim Regionalentwicklungsverein Römerland Carnuntum absolviert haben.

Geplant sei in Bruck die Errichtung eines Werks mit sechs Hektar verbauter Fläche. Auf weitere sechs Hektar gäbe es eine Option für eine Erweiterung. „Auf der restlichen Fläche könnten sich noch Zulieferfirmen ansiedeln“, so Weil, der es sehr positiv sehe, dass Medikamente im eigenen Land erzeugt werden sollen. „Die Pandemie hat gezeigt, wie wichtig das ist.“

Der Stadtchef bedankt sich bei der Eigentümerfamilie von Boehringer Ingelheim „herzlich für das Vertrauen, dass unser Standort das Rennen gemacht hat“. Dankbar sei er auch für die gute Zusammenarbeit mit dem Land NÖ und deren Wirtschaftsagentur Ecoplus.

Boehringer Ingelheim-Konzernsprecher Matthias Sturm verwies auf NÖN-Anfrage auf einen Pressetermin Ende der Woche, dem er nicht vorgreifen wolle.

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