Ein sehr teures Geschenk. GEMEINDEZENTRUM / Ein Beschluss des Gemeinderates aus dem Jahre 1999 hat erst jetzt teure finanzielle Folgen. Für die Hollitzer Villa entstehen hohe Sanierungskosten.

Erstellt am 23. März 2011 (07:40)
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Das Gemeindezentrum von Bad Deutsch Altenburg, eine unter Denkmalschutz stehende Villa, muss zu hohen Kosten saniert werden.M. JAHNER
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VON MARGIT JAHNER

BAD DEUTSCH ALTENBURG / Die 1891 errichtete Industriellenvilla des Carl Leopold Hollitzer, heute als Gemeindezentrum genutzt, steht in ihrer Gesamtheit unter Denkmalschutz. Ein repräsentatives Prachtgebäude mit zwei Zwiebeltürmen, einer Orangerie, einem Nebengebäude und laut Gutachter zum Teil schweren Schäden und Mängeln.

Als das alte Gemeindeamt zu klein wurde, kam es 1999 zum Beschluss des Gemeinderates für den Ankauf der Villa vom Besitzer Weidinger.

Eine Schenkung mit  hohen Sanierungskosten

Da schon damals mit Folgekosten am Gebäude gerechnet wurde, regte sich ein gewisser Widerstand der Bürger. Auch eine Unterschriftenaktion von Ernest Windholz gegen den Erwerb nutzte nichts.

Im Jahre 2000 wurde die Villa gekauft. Ein Teil wurde gegen Gemeindefelder eingetauscht, der andere Teil war eine Schenkung. Schon bald nach der Übersiedlung ins „neue“ Gemeindezentrum mussten erste Stützungsmaßnahmen der Kellerdecke durchgeführt werden. Weitere Maßnahmen wurden bis dato an der unter Denkmalschutz stehenden Villa leider nicht getroffen.

Ende vergangenen Jahres wurde das Architekturbüro DI Rüdiger Köhler durch die Marktgemeinde Bad Deutsch Altenburg zur Feststellung kurz- und mittelfristiger Schäden und deren erforderliche Maßnahmen genau zu untersuchen, beauftragt. Die Kosten für die Sanierung liegen im siebenstelligen Bereich.

Letzten Mittwoch hielt Köhler einen Vortrag mit einer Präsentation über das Gutachten des Objektes. Diese Veranstaltung war für jeden Bürger frei zugänglich. Köhler berichtete über die sehr starke Durchfeuchtung des Mauerwerks, die Schäden bei Fenstern und Türen, den deutlich erkennbaren Deckendurchhang, Installationen diverser Leitungen, neue Dachdeckung und Dachschalung und zuletzt auch über die Kosten der erforderlichen Maßnahmen. Bei den kurzfristigen handelt es sich um einen Betrag von 750.000, mittelfristige Maßnahmen, die in einem Zeitraum von zehn Jahren getätigt werden sollten, betragen 980.000.

Das Gemeindezentrum muss also zu einem Betrag von 1.730.000saniert werden.

Köhler meint abschließend: „Werden in den nächsten fünfzehn Jahren an der Villa keine Vorkehrungen getroffen, steigen die Sanierungskosten, das Gebäude verfällt einer kontinuierlichen Verschlechterung und die Immobilie verliert an Wert.“

Windholz meint zum momentanen Zustand der Tatsachen: „Da die Villa unter Denkmalschutz steht, ist die Sanierung dieses Gebäudes besonders teuer. Dr. Hans Wallowitsch stellte bereits einen Finanzplan zum Umbau des Objektes auf. Es ist das Geld aller Bürger, mit dem am Projekt gearbeitet wird, daher wollen wir diese auch voll einbinden und am Laufenden halten.“