Höflein nimmt Energie-Zukunft selbst in die Hand

Erstellt am 27. Juli 2022 | 04:14
Lesezeit: 3 Min
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Allein schon durch die Windräder auf Gemeindegrund ist Höflein prädestiniert für eine Energie-Genossenschaft.
Foto: Rittler
80 Höfleiner haben sich bereits fix für die Gründung einer Energie-Gemeinschaft gemeldet.
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Aktuell gibt es 55 Energie-Gemeinschaften in Niederösterreich. Höflein steht ebenfalls kurz vor der Gründung einer solchen. Wie berichtet wurden die HöfleinerInnen im April von Ortschef Otto Auer und Roland Matous von Energie Zukunft Niederösterreich GmbH, in der Limeshalle über das Modell „Energiegemeinschaft“ und die Möglichkeit und Nutzen, sich zu einer zusammenzuschließen, informiert. Ist man Teil dieser Energie-Gemeinschaft, profitiert man entweder als Erzeuger oder als Endverbraucher. Oder sowohl als auch.

Dieser Gedanke gefiel den Höfleinern. Die Energiekrise befeuerte das Interesse offenbar noch mehr, denn mittlerweile haben sich auf der Plattform, die etabliert wurde, um alle konkret Interessierten zu sammeln, 80 Höfleiner bereit erklärt, eine solche Gemeinschaft zu gründen.

Höflein ist allein aufgrund der Windkraftanlagen auf Gemeindegrund prädestiniert für dieses Projekt. Nach Gründung der Energiegemeinschaft soll auch in Photovoltaikanlagen fest investiert werden.

In der künftigen Erneuerbaren-Energie-Gemeinschaft wird sodann lokal gewonnene erneuerbare Energie durch Windkraft und Photovoltaik auch lokal, das heißt in der Gemeinde gespeichert, verbraucht und getauscht. Somit bleibt die Wertschöpfung in der Gemeinde. Teilnehmer profitieren einerseits durch Mehreinnahmen in der Abgabe von überschüssigem Strom, andererseits durch den billigeren Einkauf von lokalem Strom.

Für die Abwicklung – also die Administration – dieses Pilotprojekts muss die Energiegenossenschaft 1.000 Euro plus 15 Euro pro Zählpunkt berappen. „Diese werden dann auf alle Mitglieder aufgeteilt, wobei jene Teilnehmer, die am meisten von der Energiegemeinschaft profitieren, auch einen größeren Teil der Administrationskosten bezahlen. Jene die kaum profitieren, zahlen auch weniger bis nichts für die Administration.

Die Gemeinde Höflein kann als Pilotgemeinde weiters auch eine Gutschrift in der Höhe von 2.000 Euro für die Abrechnungsdienstleistungen der ersten ein bis zwei Jahre einlösen. „Die Gründung einer Energiegemeinschaft mit Einbindung der Bevölkerung war mir sehr wichtig. Ich bin sehr froh, dass diese Chance so viele nutzen wollen. Wir schauen gemeinsam auf unsere (Energie-)Zukunft. Das finde ich wichtiger denn je“, so Auer.

Im Herbst wird die Gründung der Energiegenossenschaft über die Bühne gehen. Es wird dazu erneut eine Infoveranstaltung geben, wo sich alle, die noch nicht überzeugt sind, nochmals informieren und auf den Zug aufspringen können, wenn sie wollen.

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