Ungarn bleiben für ihren Job in Region Bruck. Die Brucker Firma Jüly hat für 14 ihrer Mitarbeiter Quartiere eingerichtet.

Von Susanne Müller. Erstellt am 25. März 2020 (04:55)
Matthias Jüly mit Mitarbeiter László Mezei.
privat

Ihr Unternehmen gehört zur sogenannten kritischen Infrastruktur. Denn auch in Zeit der Corona-Krise ist es wichtig, dass die Müll-Entsorgung reibungslos funktioniert. Um das zu gewährleisten, hat Gabriele Jüly für ihre 14 ungarischen Mitarbeiter nach Quartieren in der Region gesucht, denn pendeln ist mit der derzeitigen Situation an den Grenzübergängen kein wirklich gangbarer Weg. Richtung Nickelsdorf baut sich so gut wie täglich ein Stau von rund 30 Kilometern auf, der somit bis nach Bruck reicht.

Gabriele Jüly vom Abfallservice Jüly setzt in ihrer Firma einen strengen Krisenplan um.
Müller

„Die Mitarbeiter sind in vier verschiedenen Quartieren untergebracht. Sie dürfen aber natürlich heimfahren, wenn sie das möchten“, betont Jüly, dass die Bediensteten freiwillig hierbleiben würden. Einer von ihnen ist László Mezei. Er arbeitet als Müllfahrer, weil „ich schon als Kind Lkw-Fahrer werden wollte“. Bei der Firma Jüly arbeite er, weil dort eine familiäre Atmosphäre herrsche und die Firma korrekt arbeite. Deshalb bleibe er auch in Zeiten der Corona-Krise hier.

Aber auch für den Rest der Firma läuft derzeit alles nach einem strengen Krisenplan. „Wir haben die Firma in mehrere Teile geteilt, die nicht miteinander Kontakt haben dürfen“, betont Jüly. Schließlich ist ihr Betrieb nicht nur für die Müllentsorgung privater Haushalte da, sondern auch für jene von Krankenhäusern und Lebensmittelbetrieben und reinigt auch zahlreiche Betriebe nach den Hygiene-Bestimmungen.

 "Mussten uns auch schon von etlichen Mitarbeitern trennen"

 „Die Brucker Lkw-Fahrer fahren derzeit von zu Hause aus. Deshalb stehen jetzt auch überall in Bruck unsere Fahrzeuge“, erzählt Jüly.

Doch auch ihren Betrieb hat die Krise in manchen Bereichen kalt erwischt. „Wir mussten uns auch schon von etlichen Mitarbeitern trennen“, so Jüly. Von den über 60 Bediensteten der Firma habe sie 20 Prozent kündigen und weitere 50 Prozent in Kurzarbeit schicken müssen. „Was ich 20 Jahre lang aufgebaut habe, ist in einer Woche auf die Hälfte zusammengeschrumpft“, verweist Jüly darauf, dass Bereiche wie Entsorgung auf Baustellen oder nach Groß-Events binnen weniger Tage komplett weggefallen ist.