240 Stimmen gegen E-Motocross-Projekt in drei Tagen

Die Pläne für ein E-Motocross-Projekt hinter dem Blaulichtzentrum lassen in Enzersdorf die Wogen hoch gehen.

Erstellt am 29. September 2021 | 05:41
440_0008_8193122_gre39enz_unterschriftenlistenuebergabe_.jpg
Milos Matijevic am Freitag beim Einreichen der Unterschriftenliste und der Stellungnahme der Liste GeMa.
Foto: Liste GeMa

Der NÖN-Bericht der Vorwoche über die Umwidmung des Grundstücks hinter dem Blaulichtzentrum in „Gspoe-e Motocross“ schlug hohe Wellen. Bürgermeister Markus Plöchl (ÖVP), Befürworter der Umwidmung, wollte hierzu richtiggestellt wissen, dass es derzeit noch kein Bewilligungsverfahren für ein konkretes E-Motocross-Projekt gibt.

Sowohl ÖVP als auch SPÖ und FPÖ betonen, dass es bisher nur eine Präsentation der Projektidee gab, aber man seit über einem Jahr vom Projektverantwortlichen nichts mehr gehört habe. Aber: Ob mit oder ohne Bewilligungsverfahren, mit oder ohne konkretem Projekt: Die Anrainer wollen auf diesem Grundstück auf gar keinen Fall E-Bikes und E-Motorräder fahren lassen. Das wurde diese Woche mehr als deutlich.

Milos Matijevic, Sprecher der Liste GeMa, erklärte sich zum Unterstützer der Anrainer und sammelte bis Freitag Unterschriften gegen die Nutzung des Areals als E-Motocrossgelände. Innerhalb von drei Tagen unterschrieben 247 EnzersdorferInnen. Die Unterschriftenliste wurde am Freitag eingereicht – rechtzeitig vor Ende der Einspruchsfrist zum Flächenwidmungsplan. Eine Stellungnahme der Liste GeMa inklusive.

„Als Liste GEMa sitzen wir seit über eineinhalb Jahren im Gemeinderat und wissen von einer Projekt-Präsentation nichts. Offensichtlich hat man uns absichtlich nicht informiert. Aus gutem Grund. Unsere Einstellung zu Bodenversiegelung und Belastung durch Lärm, Staub und zusätzlichen Verkehr ist hinlänglich bekannt. Einem solchen Projekt werden wir also mit Sicherheit nicht zustimmen“, so Matijevic.

Bürgerliste rechnet mit Lärm und Staub

Die Argumentation des Bürgermeisters und der SPÖ findet Matijevic haarsträubend: „Wenn die Herren glauben, dass dort kein Lärm und Staub entsteht, dann nenne ich das Realitätsverweigerung.“ Matijevic geht aber noch weiter: „Offenbar wollte man den BürgerInnen diese Widmung unterjubeln. Sie wurde in keinem Gremium und der Bevölkerung schon gar nicht kommuniziert. Es besteht außerdem der Verdacht einer Anlass-Widmung“, erklärt Matijevic, dass die Umwidmung genau auf einen Projektwerber zugeschnitten sei.

Bürgermeister Markus Plöchl reagiert darauf gelassen: „Es handelt sich definitiv nicht um eine Anlasswidmung. Nach der Projekt-Präsentation waren wir uns einig, dass diese Idee verfolgungswert ist, weil es eine neue Freizeitmöglichkeit für unsere Jugend bedeuten kann – noch dazu eine umweltfreundliche.“

Das Areal solle aber nur für eine E-Motocrossstrecke verwendet werden können. Plöchl erinnert außerdem an die Ergebnisse der „Gemeinde 21“-Umfrage: „Wir sollen Aktivitäten für die Jugendlichen planen und errichten. Diesem Wunsch wollen wir nachgehen. Das Areal bietet sich für eine mögliche Freizeiteinrichtung an.“

Er wolle aber die Sorgen der BürgerInnen „selbstverständlich“ ernst nehmen und jene Punkte, die besonders kritisch gesehen werden, in das Bewilligungsverfahren aufnehmen. „Um es aber nochmals festzuhalten: Es gibt aktuell keine konkreten Pläne und damit auch kein Bewilligungsverfahren“, so Plöchl. Auf die Anschuldigung Matijevic‘, man schließe die Liste GeMa von Informationen aus, will Plöchl nicht eingehen. „Hier erübrigt sich jede Stellungnahme“, so Plöchl.

Umfrage beendet

  • Ist eine E-Motocross-Bahn eine Bereicherung für eine Gemeinde oder nur eine Belastung für die Anrainer?