Geschichten-Erzähler aus der ganzen Welt. Sepp Puchinger hält seit 1988 Vorträge über seine schon rund 160 Reisen. Jetzt ist die Transsibirische an der Reihe.

Von Susanne Müller. Erstellt am 14. März 2020 (05:57)
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Sepp Puchinger hält seit 1988 Vorträge über seine Reisen.
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Seinen ersten Vortrag über seine Reisen hat Sepp Puchinger 1988 gehalten. Auch wenn sich seit damals viel verändert hat – aus analogen Fotos wurden digitale, aus einem reinen Bilder-Vortrag wurde eine Multivisionsshow – ist er seinem Medium treu geblieben. Obwohl beruflich als Lehrer am Brucker Gymnasium tätig, hat der Enzersdorfer seine Leidenschaft, das Reisen, immer zusätzlich gemacht. „Ich habe schon an die 160 Länder besucht. Bei den Vorträgen bin ich sicher schon im vierstelligen Bereich“, erzählt der Geschichte- und Sport-Lehrer.

An den beiden kommenden Sonntagen ist er etwa mit seinem Vortrag über seine jüngste Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn zuerst in Enzersdorf und dann im Brucker Stadttheater zu sehen. In Bruck kann man sich von ihm außerdem noch nach Skandinavien entführen lassen. Mit der Transsibirischen Eisenbahn war er schon zu kommunistischen Zeiten 1989 einmal unterwegs. Damals wäre er bei einem Abenteuer beinahe ertrunken.

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„Transsibirische Eisenbahn – Abenteuer, Mythos, Wirklichkeit, Weite, Wodka“ nennt Sepp Puchinger die Reisemultivision, zu der er nach Enzersdorf und Bruck lädt.
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„Damals ist noch kaum jemanden dort reingekommen. Heute ist das alles natürlich viel einfacher. Eine besonderes Erlebnis ist es aber auch heute noch, einen halben Kontinent mit der Bahn zu durchreisen“, schwärmt Puchinger, dem das Reisen ungebrochenes Vergnügen bereitet. „Ich mag es noch immer sehr, neue Eckerln anzuschauen, wo noch kaum Menschen waren.“ Somit stehe auch nach 30 Jahren immer noch einiges auf seiner Wunschliste. So wolle er etwa Grönland, Spitzbergen oder die Antarktis unbedingt besuchen. Interessant sei für ihn, was in irgendeiner Form exotisch sei. „Wo man nicht weiß, wie lange es das noch gibt – Stichwort Klimawandel, oder, wie lange man dort noch hindarf“, so Puchinger.

Er sei außerdem immer schon ein kritischer Mensch gewesen. „Ich will mir etwas selber anschauen, bevor ich darüber erzähle“, so Puchinger. Was die bereicherndste Erkenntnis auf all seinen Reisen für ihn war? „Dass überall auf der Welt die meisten Menschen die guten sind. Wenn du über deine eigenen vier Wände nicht hinauskommst, kann man dir da ja alles erzählen. Und man entwickelt ein anderes Bewusstsein für die Dinge, als wenn man sie nur in der Zeit im Bild sieht. Reisen erweitert einfach den Horizont.“ Aber er empfinde auch eine tiefe Dankbarkeit, wieder nach Hause zurückkehren und hier daheim sein zu dürfen.