Nachmittagsbetreuung: Über Alternativen wird nicht diskutiert

Erstellt am 11. März 2022 | 05:01
Lesezeit: 3 Min
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Container sollen Platz für den Hort schaffen.
Foto: Symbolbild: Frisch
Liste GEMa aus Enzersdorf wollte neuen Hort-Standort nochmals überdenken. ÖVP, FPÖ und SPÖ wollen das allerdings nicht.
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Die schulische Nachmittagsbetreuung muss aus Platzgründen aus der Volksschule ausgelagert werden und soll künftig in einem 900.000 Euro teuren Containerkomplex Platz finden. Als Standort für diesen Container-Komplex wurde der Polsterer-Park, der gegenüber von der Volksschule liegt und schon als Naherholungsgebiet und Spielplatz von der Gemeinde genutzt wird, auserkoren (die NÖN berichtet).

Kritik kam von der Liste GEMa: Standort und Kosten seien unvernünftig. Die Planung übereilt und unüberlegt.

Was damals noch nicht vorlag: der neue Pachtvertrag mit der Polsterer Kerres Ruttin Holding GmbH. Nun liegt er aber vor und beinhaltet unter anderem nur einen Kündigungsverzicht des Eigentümers – also der Holding – für 15 Jahre. „900.000 Euro Investition in einen Containerkomplex plus Kanal- und Stromarbeiten, die wir rückbauen müssen im Falle eines Endes des Pachtvertrags nach 15 Jahren, plus Pachtzins – das ist verantwortungslos“, sagt Liste-GEMa-Sprecher Milos Matijevic.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung nahm dann aber nicht Milos Matijevic das Zepter in die Hand, sondern GEMa-Gemeinderätin Jaqueline Matijevic. Sie unternahm den Versuch, das Projekt in den zuständigen Ausschuss zurückzubeordern, um das Projekt nochmals zu überdenken: „Wir haben Alternativen: Wir können eine Variante andenken, wo Container nur gemietet werden. Wir haben auch das Volksheim als alternativen Standort. Wieso reden wir nicht über eine Aufstockung des Gebäudes? Es ist ohnehin eine thermische Sanierung nötig.“

Ihr Antrag fand aber keine Mehrheit. Für ÖVP, FPÖ und SPÖ sei das Projekt, so wie es derzeit vorliegt, alternativlos. Mit September muss eine schulische Nachmittagsbetreuung stattfinden können, das sei so schnell nur mit dieser Variante umsetzbar, lautete die Begründung.

Die Container seien außerdem moderne Wohncontainer, die eine Highend-Dämmung haben und mit einer Erdwärmepumpe ausgestattet sein werden. Schulinspektion und Bildungsdirektion haben ihr Okay zum Projekt gegeben. Die Containerlösung habe den Vorteil, das sie billiger ist als ein Neubau und bei Bedarf abgebaut und anderweitig verwendet werden kann.

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