Kaisersteinbruch: Militärhund kann Covid erschnüffeln. Bis zum Jahr 2021 sollen vier Militärhunde zum Aufspüren von Coronaviren ausgebildet werden.

Von Otto Havelka. Erstellt am 15. Dezember 2020 (07:13)
Corona-Hund
Die belgische Schäferhündin „Fantasy Forever vom Seetalblick“ mit Hundeführer Klaus Fallmann.
Militärhundezentrum Kaisersteinbruch

Rund sechs Monate ist es her, da sorgte das Militärhundezentrum für Schlagzeilen. In Kooperation mit Forschern des deutschen Max-Planck-Instituts sollte geprüft werden, ob Hunde Coronaviren aufspüren können.

Am Montag präsentierte das Bundesheer in Anwesenheit von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner einen ersten „Zwischenbericht“. Nach einer  sechs Monate dauernden Grundausbildung des ersten Covid-Militärhundes soll nun die „praktische Probephase“ erfolgen. Im ersten Quartal 2021 soll das Projekt abgeschlossen sein. Dazu müssen die Hunde derzeit aber noch einige einsatznahe und praktische Trainings an vielen unterschiedlichen Proben absolvieren.

„Um in realen Szenarien eingesetzt zu werden, braucht es noch einiges an praktischer Anwendung und Routine“, erklärt der Kommandant des Militärhundezentrums, Otto Koppitsch. Aktuell wird an der punktgenauen Anzeige positiver Proben gearbeitet, wobei mit einer Vielzahl von infizierten und nicht infizierten Masken geübt wird.

Bislang schnüffelte die belgische Schäferhündin, mit der seit einem halben Jahr geforscht wird, mehr als 1.000 Masken ab.

Wolf Kafka vom Max-Planck-Institut erläutert die akribischen Tests: „Es ist, wie wenn Sie ein Stück Würfelzucker in den Neusiedlersee werfen, umrühren und der Hund soll es aufspüren.“ Dennoch tragen die Militärhundeführer bei diesen Einsätzen „geeignete Schutzausrüstung wie Handschuhe, Schutzanzüge und  Masken, um sich vor Ansteckung zu schützen“, versichert Koppitsch.

Auch wenn die Testphase positiv verlief, ist der Einsatz von Covid-Schnüffelhunden - etwa am Flughafen - noch nicht gesichert. Denn für ein valides Ergebnis müssen die Teilnehmer zusätzlich auch klinisch getestet werden, um das Ergebnis Hund mit dem Ergebnis PCR-Test vergleichen zu können. Erst dann könne das Covid-Schnüffeln als zuverlässig eingesetzt werden.

Für Forscher Kafka ist das „europaweit einzigartige Projekt“ schon jetzt ein Erfolg: „Wir haben für die wissenschaftliche Arbeit viel dazugelernt.“