Bruck/Leitha: Aufregung um „Volltrottel“-Post. Posting von SP-Gemeinderat über den Kanzler sorgt bei ÖVP für Empörung.

Von Susanne Müller. Erstellt am 04. November 2020 (05:55)
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 Ein Posting von SP-Gemeinderat Patrick Dreiszker im Vorfeld der neuen Corona-Einschränkungen, in dem er VP-Bundeskanzler Sebastian Kurz als „Volltrottel“ bezeichnete, sorgt bei der Brucker VP für helle Aufregung.

„Niveauloser geht es nicht mehr. Diese Ausdrucksweise ist inakzeptabel, insbesondere für einen Gemeinderat. Wenn er sich dafür nicht entschuldigt, ist er rücktrittsreif“, empörte sich VP-Sprecher Ronald Altmann und erklärte, dass er sich für Dreiszker auch eine Rüge durch SP-Bürgermeister Gerhard Weil erwarte. Meinungsunterschiede könne man auch respektvoller ausdrücken. „In Zeiten einer Pandemie sollten alle Parteien zusammenhalten“, so Altmann.

SP-Bürgermeister Gerhard Weil betonte zwar, dass die Ausdrucksweise nicht sein „Niveau“ sei, räumte aber ein, dass die Ausdrucksweise vieler Menschen auf Facebook zu wünschen übrig lasse. Zurechtweisen will er Dreiszker jedenfalls nicht. „Ich kann niemandem seine private Meinung verwehren“, so Weil.

Dreiszker selbst erklärt, wie es zu dem Posting gekommen sei: „Ich habe den Stadtkeller heuer in diesem schwierigen Covid-Jahr neu eröffnet und von Anfang an alle Auflagen und Vorschriften mit großem Aufwand auf eigene Kosten umgesetzt. Zum ,Dank‘ dreht die Regierung nun die Wirtshausbesuche komplett ab und verschärft die Situation für uns Gastronomen ein weiteres Mal, statt uns endlich wirksam zu helfen, unsere Betriebe und unser Personal durch diese schwierige Zeit zu bringen. In diesem Moment der Ratlosigkeit habe ich mich kräftig im Ton vergriffen. Das gehört sich natürlich nicht und ich habe den Beitrag daher gelöscht – auch wenn ich dafür Zuspruch von den Kollegen aus der Branche bekomme“, sagt Dreiszker. In Richtung des ÖVP-Sprechers meint der SP-Mandatar: „Herr Stadtrat Altmann hätte mich jederzeit deswegen kontaktieren können statt mir seinen Unmut über die Medien auszurichten, während ich um die Zukunft meiner Mitarbeiter kämpfe. Da er selbst trotz Krise keine Existenzsorgen zu haben braucht, versteht er uns Wirte offenbar nicht.“