Tenor im Bezirk Bruck: Mehr Elan durch das Fasten. Die Gründe für Fasten sind vielfältig. Experten empfehlen den Fastenden, sich im Vorfeld beraten zu lassen.

Von Josef Rittler, Adalbert Mraz und Nicole Frisch. Erstellt am 26. Februar 2020 (05:30)
Fastengruppe beim kargen Mahl in Pernegg. Das Kloster im Bezirk Horn war eine der ersten Einrichtungen, die auf den Fastentrend aufgesprungen sind.
Rita Newman

„Die Fastenzeit ist ein guter Anlass, seinem Körper besondere Aufmerksamkeit zu schenken“, erklärt Renate Gamsjäger, Diätologin am Landesklinikum in Hainburg. Der Ursprung des Fastens sei schon lang vor unserer Zeit entstanden, als die Gesellschaft diese Zeitspanne mit Ruhe assoziiert hätte.

„Diese traditionellen, religiösen Ansichten werden heutzutage oft nicht mehr in den Vordergrund gestellt. Vielmehr sind der Abbau von Übergewicht, Verzicht auf Genussmittel, Entschlackung sowie etwaige gesundheitliche Aspekte zentrale Gründe hierfür.“ Zudem sollten diese Formen des Fastens häufig in den alltäglichen Lebensstil inkludiert werden.

„Im Landesklinikum Hainburg werden über die Fastenzeit keine speziellen Fastenkuren angeboten, da wir ganzjährig eine auf unsere Patienten zugeschnittene Beratung zur Verfügung stellen“, sagt Gamsjäger. „Bestehen jedoch chronische Erkrankungen, sollte mit dem Arzt vorher abgeklärt werden, ob eine Fastenkur geeignet ist.“

Dem stimmt auch die Sommereiner Ernährungsberaterin Tina Gensthaler zu. In ihrem Institut Esteticamed bieten sie und ihre Mitarbeiter unter anderem eine solche Beratung an. Beratung empfiehlt sie auch jenen, die an Übergewicht leiden und abnehmen wollen. „Es gibt viele Diäten, die auch ungesund sind. Im Zuge einer Beratung erhält man ein Bild über verschiedene Arten des Fastens“, erklärt Gensthaler.

Die Fastenzeit ist eine gute Möglichkeit, um selbst aktiv etwas für die Gesundheit zu tun.“ 
Tina Gensthaler Ernährungsberaterin

Generell gibt es Methoden, die gesünder sind als andere. Neue Fastentrends, wie sie in vielen Magazinen präsentiert werden, sind laut der Ernährungsberaterin aber nicht immer empfehlenswert. Jede einseitige Ernährungsform sollte vermieden werden. „Dadurch entsteht ein Nährstoffmangel, der beim Fasten unbedingt vermieden werden sollte“, hält Gensthaler fest. Stattdessen sollten Fastende auf Genussmittel verzichten, auf Schokolade oder Alkohol zum Beispiel. Fastende sollten aber auch einen Plan haben. Denn weniger zu essen allein reicht nicht aus.

Eine Fastenmethode, die Gensthaler empfiehlt, ist das Leberfasten nach Dr. Worm. Während einer 14-tägigen intensiven Fasten-Phase werden dem Körper Kohlenhydrate entzogen. Dies soll bei einer Verfettung der Leber helfen. „Das ist eine gute Fastenmethode“, sagt Gensthaler.

Abseits der gesundheitlichen Gründe ist Fasten für viele auch Bestandteil ihres Lebensstils, gerade in der Fastenzeit. Man nimmt sich Zeit für sich selbst, lässt bewusst bestimmte Lebensmittel weg und bekommt wieder mehr Geschmack. „Die Fastenzeit ist eine gute Möglichkeit, um selbst aktiv etwas für die Gesundheit zu tun und voller Elan in den Frühling zu starten“, unterstreicht Gensthaler. Fasten muss aber nicht nur auf den Aschermittwoch beschränkt werden.

Im Kurzentrum Ludwigstorff in Bad Deutsch-Altenburg steht während der Fastenzeit kein besonderes Menü auf dem Speiseplan. Direktor Friedrich Eisenbock meint dazu: „Im Rahmen der Gesundheitsvorsorge-Aktiv bieten wir jedoch ganzjährig täglich kalorienarme und vitaminreiche Fasten-Menüs an. Damit wollen wir unsere Gäste überzeugen, dass auch gesunde, regionale Kost schmackhaft ist. Mit dem ,Curatio-Aktiv Fasten‘ haben wir zusätzlich ein spezielles Therapieangebot im Programm. Dabei wird mit einer individuell abgestimmten und ausgewogenen Ernährung das persönliche Wohlbefinden gesteigert und Übergewicht, Gicht, hoher Blutdruck sowie Stoffwechselerkrankungen bekämpft.“

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