Feuerwehr-Leute aus Brucker Bezirk in Nordmazedonien

Bezirksfeuerwehr-Kommandant Christian Edlinger kehrte am Montag aus dem Krisengebiet zurück und schilderte im Gespräch mit der NÖN seine Eindrücke von den katastrophalen Bränden.

Erstellt am 09. August 2021 | 18:14

In Nordmazedonien stehen zur Zeit ganze Landstriche in Flammen. Die Waldbrände waren von den örtlichen Feuerwehren nicht mehr unter Kontrolle zu bringen, daher wandte sich die kleine Republik an Europa um Hilfe. Feuerwehrmitglieder aus Niederösterreich und der Steiermark folgten dem Ruf.

Gemeinsam mit Landeskommandant Dietmar Fahrafellner, Stellvertreter Martin Boyer und dem steirischen stellvertretenden Landeskommandanten Erwin Grangl flog auch der Brucker Bezirkskommandant Christian Edlinger am Samstag nach Nordmazedonien, um sich einen Überblick über die Katastrophensituation zu verschaffen. Am Montag kehrte er nach Hause zurück.

Edlinger lebt mit seiner Familie in Hainburg, ist seit der letzten Wahl im Landesfeuerwehrrat vertreten und verfügt über Erfahrung in Auslandseinsätzen. Erst Mitte Juli leitete Edlinger einen Hilfseinsatz beim Hochwasser in Belgien im Raum Lüttich.

Bereits am Donnerstag waren 60 Spezialisten des neuen Sonderdienstes „Wald und Flurbrandbekämpfung“ von Tulln ins Katastrophengebiet nach Nordmazedonien aufgebrochen. Seit Freitag stehen rund 140 Feuerwehrleute mit mehr als 40 Fahrzeugen aus NÖ und der Steiermark im Einsatz, das erste Kontingent war am Sonntag abgelöst worden. „Aus unserem Bezirk sind drei Kameraden dabei, zwei aus Schwechat und einer aus Fischamend“, berichtet Edlinger.

Er war mit dem Hubschrauber über das Krisengebiet östlich der nordmazedonischen Hauptstadt Skopje geflogen. „Wir haben uns ein Bild von der Lage gemacht und die Taktik für die nächsten Einsatztage festgelegt, wie werden wir vorgehen.“ Sein erstes Fazit: „So einen Einsatz habe ich noch nicht erlebt, eine Brandwand mit einer Länge von 15 Kilometern, die Flammen lodern teilweise bis 70 Meter hoch.“ Hitze und Dürre hatten das Unterholz der Wälder  ausgetrocknet, die harzreichen Nadelgehölze, hauptsächliche Föhren und Tannen, entzündeten sich, der Wind fachte die Flammen an.

Am Montag wurden 40 besonders ausgebildete Waldbrandkämpfer mit Löschrucksäcken ins Gelände entsandt, um einzelne Glutnester einzudämmen. Bereits am Samstag hatten NÖ Spezialisten eine drei Kilometer lange Schlauchleitung zur Versorgung mit Löschwasser gelegt. Über diese Leitung werden Faltbehälter mit rund 30.000 Litern Wasser befüllt. Damit wird die Löschwasserversorgung am Boden und in der Luft sichergestellt. Die steirische Feuerwehr hat ihrer Ablösung eine Drohne zur besseren Überwachung mitgegeben.